Israel: Mitte-Links-Bündnis vergrößert Vorsprung

11. März 2015, 14:29
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Umfrage: Aber keine Mehrheit für rechtes oder linkes Lager in Israel

Jerusalem - Sechs Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat die Mitte-Links-Opposition in den Umfragen einen Vorsprung auf die rechtsgerichtete Regierungspartei Likud. Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage im Auftrag des Armee-Radios ergab für die aus der Arbeitspartei und der zentrististischen Hatnua gebildete Liste Zionistische Union (ZU) 24 und für den Likud von Premier Benjamin Netanjahu 21 Mandate.

Weder im linken noch im rechten Lager gab es aber Aussichten auf eine Koalitionsmehrheit von mindestens 61 der 120 Knessetsitze. Am Vorabend veröffentlichte Umfrageergebnisse des TV-Senders Kanal 2 und des Parlamentsfernsehens kamen zu sehr ähnlichen Resultaten.

Likud dahinter

Während laut Knesset-Kanal die ZU mit 25 Abgeordnetensitzen rechnen kann, waren es bei Kanal 2 ebenfalls 24; in allen drei Umfragen landete der Likud bei 21 Sitzen. Bisher war die vom Chef der Arbeitspartei, Isaac Herzog, angeführte größte Oppositionsliste in den Umfragen gleichauf mit Netanyahus Partei gelegen oder hatte nur leicht geführt. Deshalb fand die sinkende Zustimmung für den Likud am Mittwoch starke Beachtung.

In allen drei Wahlumfragen vom Dienstag und Mittwoch zeichnete sich aber keine Mehrheit für ein politisches Lager ab. Die Rolle des Königsmachers würde demnach der vom früheren Minister Moshe Kahlon neugegründeten Partei Kulanu zufallen, der durchweg acht Mandate vorausgesagt wurden. Obwohl der auf Sozialpolitik spezialisierte Kahlon bis Ende 2012 ein führendes Likud-Mitglied war, hat er bisher keinerlei Koalitionspräferenz erkennen lassen. Sein Verhältnis zu Netanyahu gilt als sehr distanziert. Eine wichtige Rolle bei der Regierungsbildung könnten auch die ultraorthodoxen oder die arabischen Parteien spielen, die dieses Mal mit einer gemeinsamen Liste antreten. (APA, 11.3.2015)

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