Italien: Premier Renzi will Parteieneinfluss auf RAI verringern

11. März 2015, 12:58
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Reform der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt geplant - Aufsichtsratschef wie bei Privatunternehmen - Reduzierung der von Politik entsandten Aufsichtsräte von neun auf fünf Vertreter

Rom - Italiens Premier Matteo Renzi plant eine Reform beim öffentlich-rechtlichen Staatssender RAI. Demnach soll die italienische Regierung künftig direkt einen Geschäftsführer für den RAI-Aufsichtsrat ernennen. Dieser soll ähnliche Kompetenzen wie der Generaldirektor eines Privatunternehmens erhalten. Der Parteieneinfluss auf die Aufsichtsgremien der RAI soll so reduziert werden.

Die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder des Staatsfernsehens, die derzeit vom Parlament und vom Wirtschaftsministerium ernannt werden, soll unterdessen von neun auf fünf Vertreter schrumpfen. Eine Kommission aus 30 Experten soll mit Renzi die RAI-Reform ausarbeiten. "Die RAI ist kein Ort, wo die Parteien ihren Vertrauensleuten Schlüsselpositionen zuschanzen", meinte Renzi. Bisher haben Parteien stets versucht, vertraute Personen in den RAI-Aufsichtsrat zu hieven.

Das RAI-Board hat inzwischen ein Konzept zur Reform des Informationsbereichs des TV-Senders verabschiedet. Geplant ist die Gründung einer einzigen Redaktion für die drei RAI-Tagesschauen. Dabei will sich die RAI an der BBC orientieren. Mit der neuen Struktur sollen in drei Jahren 70 Millionen Euro eingespart werden. Die RAI hat einen Jahresumsatz von etwa drei Milliarden Euro und beschäftigt 10.000 Mitarbeiter. (APA, 11.3.2015)

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