Starker Rückgang bei Schankbier

11. März 2015, 12:32
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Der Bierabsatz in Österreich war 2014 insgesamt leicht rückläufig, dafür boomt der Export. Heuer dürfte das Geschäft stagnieren

Wien - Österreichs Brauer haben im Vorjahr im Inland etwas weniger abgesetzt, dafür gab es ein kräftiges Plus beim Export. Den deutlichen Rückgang bei Schankbier hofft die Branche mit dem Trend zu Craft-Bier und alkoholfreiem Bier auszugleichen. Für heuer erwartet die Brauwirtschaft ein stagnierendes Geschäft bei gleichbleibenden Preisen, sagte Verbandsobmann Sigi Menz am Mittwoch.

Noch im März startet die Branche die Kampagne "Ich steh auf 'Bierland Österreich'", wofür in jeder Landeshauptstadt fünf Logos affichiert werden. "Mit einem Foto davor beziehungsweise darauf können Bierliebhaberinnen und Bierliebhaber Bierpartys beim Wirt ihrer Wahl sowie Sachpreise gewinnen",sagte Verbandsgeschäftsführerin Jutta Kaufmann-Kerschbaum, das Mindestalter für die Teilnahme ist 18 Jahre.

Trend zu Alkoholfreiem

Im Inland verzeichnete die Brauwirtschaft 2014 ein Minus von 1,2 Prozent auf 8,29 Millionen Hektoliter (ein Hektoliter entspricht 100 Liter). Rechnet man alkoholfreies Bier dazu, ist das Minus mit 0,6 Prozent auf 8,49 Millionen Hektoliter etwas geringer. Beim Export gab es ein Plus von acht Prozent, die wichtigsten Zielländer waren Deutschland, Italien und Kroatien. Insgesamt verarbeiteten Österreichs Brauer im Vorjahr 180.000 Tonnen Getreide.

Der Trend weg vom Schankbier hält an, im Vorjahr lag das Minus bei 7,4 Prozent. Menz führt das zum einen auf die rückläufige Zahl der Wirte zurück, zum anderen steige die Biervielfalt, und die werde in erster Linie mit Flaschenbier abgedeckt. 53 Prozent des verkauften Bieres werden in Gebinden verkauft, davon entfallen knapp 70 Prozent auf die Glasflasche und gut 20 Prozent auf Dosen. Der Rest sind andere Verpackungsformen wie Beertender. Rund 30 Prozent der abgesetzten Biermenge gehen in die Gastronomie, 70 Prozent verkauft der Handel.

"Übermut bei der Regulierungswut"

Menz appellierte an die Politik, der Gastronomie nicht weiter Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Er sprach von einem "Übermut bei der Regulierungswut". Als Unterstützung für das Rauchen in der Gastwirtschaft will er das aber nicht verstanden wissen. Sein Credo: Österreich solle weiter ein Ort der Geselligkeit sein. Nur in Tschechien wird europaweit mehr Bier getrunken als in Österreich, durchschnittlich etwa 105 Liter hat jeder Österreicher (inklusive Touristen) im Vorjahr getrunken.

Die Branche setzt weiterhin auf den Trend zu alkoholfreiem Bier und Craft-Bier. Letzteres ist nun auch im österreichischen Lebensmittelbuch geregelt, es firmiert dort unter der Bezeichnung "Kreativbiere". Was das ist, erklärte Kaufmann-Kerschbaum: "Das sind Biere mit außergewöhnlichen natürlichen Rohstoffen beziehungsweise besonderer Herstellungsart, wobei der Basischarakter nach wie vor Bier ist."

Brauerei-Verbandsobmann Menz nahm auch Stellung zu dem umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP. Er sprach sich im Sinne eines freien Handels dafür aus, denn eine "Verteufelung in Bausch in Bogen" sei "Unsinn". Allerdings müssten Qualitätsstandards gesichert werden. (APA, 11.3.2015)

  • Für heuer erwartet die Brauwirtschaft ein stagnierendes Geschäft bei gleichbleibenden Preisen.
    foto: ap/ronald zak

    Für heuer erwartet die Brauwirtschaft ein stagnierendes Geschäft bei gleichbleibenden Preisen.

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