Häftling gestand Tötung eines 34-Jährigen in Wien

11. März 2015, 11:37
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Tat nach Trinkgelage zwischen Weihnachten und Silvester, 28-Jähriger will in Notwehr gehandelt haben

Wien/Prag/Bratislava - Ein bereits wegen Eigentumsdelikten in der Justizanstalt Josefstadt einsitzender Tscheche hat seiner Psychologin gestanden, im Vorjahr einen 34-jährigen Slowaken in einem leerstehenden Weinkeller in Wien-Floridsdorf mit einem Stein erschlagen zu haben. Dem vorausgegangen war demnach ein Streit nach einem Trinkgelage. Der 28-Jährige will in Notwehr gehandelt haben, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Täter und Opfer waren bereits seit etwa einem Jahr in Wien und hatten einander im November 2014 kennengelernt. Die beiden Unterstandslosen waren zwischen Weihnachten und Silvester, einen genauen Tag konnte der Tscheche nicht nennen, in den unverschlossenen Weinkeller an der Wagramer Straße eingedrungen und hatten dort mitgebrachten Alkohol konsumiert. Aus einem nichtigen und nicht mehr nachzuvollziehenden Grund waren sich die beiden in die Haare geraten.

Nach gegenseitigen Beschimpfungen sei das spätere Opfer mit einem Messer auf den Jüngeren losgegangen sein. Dieser setzte sich mit einem Stein zur Wehr und erschlug den Slowaken - angeblich in Notwehr.

Internationaler Haftbefehl

Nach dem Tschechen wurde wegen Eigentumsdelikten in seiner Heimat per internationalem Haftbefehl gefahndet. Bei einer Personenkontrolle in einer U-Bahn ging er der Exekutive schließlich ins Netz und wurde in die Josefstadt eingeliefert. Dort gestand er einer Psychologin am 8. März die Bluttat und ließ anklingen, er wolle sein Gewissen erleichtern und würde auch mit der Polizei sprechen. Die Psychologin machte die Beamten - auf Wunsch des Tschechen - auf die Gesprächsbereitschaft des 28-Jährigen aufmerksam, weshalb sie nicht gegen die ärztliche Schweigepflicht verstieß.

Im Weinkeller entdeckten die Kriminalisten am 9. März die Leiche, der Mann war erschlagen worden. Was man jedoch nicht fand, war das Messer, mit dem der Slowake auf das Opfer losgegangen sein soll. (APA, 11.3.2015)

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