Deutscher IT-Riese SAP unterstützt NSA bei Massenüberwachung

11. März 2015, 11:03
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US-Geheimdienste nutzen nach ARD-Recherchen die SAP-Datenbank "Hana", um abgesaugte Datenmengen zu analysieren

Der deutsche IT-Konzern SAP soll eng mit US-Geheimdiensten wie der NSA zusammenarbeiten: Das belegen Recherchen des ARD-Magazins "Fakt", dessen neueste Ausgabe am Dienstag ausgestrahlt worden ist. Fakt zeigt, wie SAP gezielt US-amerikanische Firmen zugekauft hat, um sich als NSA-Zulieferer zu positionieren. Mit Produkten wie der Datenbank-Software Hana sollen die US-Dienste die abgeschöpften Internetinhalte in ihren Massenüberwachungsprogrammen durchsuchen und analysieren.

Auch BND arbeitet mit SAP

Laut Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Club, dringe SAP seit Jahren gezielt in den Markt für Massenüberwachung ein. Vor einigen Monaten war bekannt geworden, dass auch der deutsche Bundesnachrichtendienst gemeinsam mit SAP an einem System zur Massenüberwachung sozialer Netzwerke arbeitet. Diese Verbindung wird nun ebenfalls kritisiert.

"Sicherheitslücke integriert"

"Damit wird eine Sicherheitslücke in die deutsche Sicherheitsarchitektur integriert, die niemand gebrauchen kann", kommentiert der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz SAPs Rolle als NSA- und BND-Zuliefer. Der Grünpolitiker untersucht als Mitglied des NSA-Untersuchungsausschusses gerade die Machenschaften des US-Geheimdienstes in Deutschland.

SAP: "Sehen uns nicht als Zulieferer"

In diesem Gremium ist auch Martina Renner (Die Linke) vertreten. Sie bezeichnet die US-Geheimdienste aufgrund der "Überwachungspraxis der NSA und der Folterpraxis der CIA" als Gesetzesbrecher. Deutsche Firmen müssten wissen, worauf sie sich einließen. SAP wollte zu der Anfrage keinen Kommentar abgeben. Eine Sprecherin gab nur an, SAP sehe sich selbst nicht als Zulieferer für US-Geheimdienste. (fsc, derStandard.at, 11.3.2015)

  • SAP kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen
    foto: apa/dpa/beck

    SAP kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen

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