Österreich halbiert Handelsbilanzdefizit

11. März 2015, 09:40
33 Postings

Exporte legen gegenüber 2013 um 1,7 Prozent zu

Wien - Österreichs Defizit im Außenhandel ist im abgelaufenen Jahr von 4,90 auf 1,83 Mrd. Euro massiv gesunken. Die heimischen Exporte erhöhten sich gegenüber 2013 um 1,7 Prozent auf 127,90 Mrd. Euro, die Importe hingegen gingen um 0,8 Prozent auf 129,72 Mrd. Euro leicht zurück, geht aus den vorläufigen Daten der Statistik Austria von heute, Mittwoch, hervor.

Etwa 80 Prozent der heimischen Ausfuhren gingen 2014 in europäische Länder - fast 70 Prozent in die Europäische Union. Die beiden wichtigsten Handelspartner waren nach wie vor Deutschland und Italien. Die restlichen 20 Prozent exportierte Österreich nach Asien (9,5 Prozent), Amerika (8,6 Prozent), Afrika (1,3 Prozent) und Australien/Ozeanien (0,7 Prozent).

Handel mit Nicht-EU-Ländern floriert

Die verbesserte Handelsbilanz ist vor allem den verstärkten Warenlieferungen in Nicht-EU-Länder zu verdanken. Mit den Drittstaaten wurde 2014 ein Überschuss von 2,65 Mrd. Euro erzielt. Mit der EU hingegen war ein Passivum von 4,48 Mrd. Euro zu verbuchen - das war aber bereits deutlich weniger als noch im Jahr davor (6,43 Mrd. Euro).

Im Dezember kamen die Exporte noch einmal kräftig in Schwung. Die Ausfuhren legten gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,6 Prozent auf 9,77 Mrd. Euro überdurchschnittlich stark zu. Gleichzeitig stabilisierten sich die Einfuhren bei 9,88 Mrd. Euro (minus 0,3 Prozent).

Die Top-5-Exportziele Österreichs waren im Gesamtjahr Deutschland (29,8 Prozent aller Ausfuhren bzw. ein Volumen von 38,05 Mrd. Euro), Italien (6,4 Prozent/8,22 Mrd. Euro), die USA (6,1 Prozent/7,78 Mrd. Euro), die Schweiz (5,2 Prozent/6,69 Mrd. Euro) und Frankreich (4,9 Prozent/6,24 Mrd. Euro). Die meisten Importe kamen ebenfalls aus Deutschland (37,4 Prozent/48,55 Mrd. Euro) und Italien (6,2 Prozent/7,99 Mrd. Euro) - gefolgt von China (5,6 Prozent/7,24 Mrd. Euro), der Schweiz (5,1 Prozent/6,63 Mrd. Euro) und der Tschechischen Republik (4,2 Prozent/5,43 Mrd. Euro).

Wegen der politischen Krise Russlands mit der Ukraine sowie der daraus resultierenden EU-Sanktionen gegen Russland und der russischen Gegensanktionen brach der Warenaustausch mit den beiden Ländern im Vorjahr massiv ein: Die Exporte in die Russische Föderation verringerten sich um 8 Prozent auf 3,19 Mrd. Euro - das entsprach einem Ausfuhranteil von 2,5 Prozent. Die Importe sackten um 28 Prozent auf 2,30 Mrd. Euro ab (Einfuhranteil: 1,8 Prozent). In Richtung Ukraine gaben die Ausfuhren um 24,9 Prozent auf 0,51 Mrd. Euro nach, die Einfuhren aus dem Land sanken um 9,6 Prozent auf 0,60 Mrd. Euro. (APA, 11.3.2015)

Share if you care.