Mitterlehner gefällt sich in der Rolle des "Django Unchained"

10. März 2015, 22:25
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ÖVP-Chef führte bei Tarantino-Kinoabend seine neuen Westernstiefel aus

Wien - ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner spielt genüsslich mit seinem "Django"-Image. Am Dienstagabend zelebrierte er es bei einem Kinoabend in Wien mit "Django Unchained" von Quentin Tarantino. Rund 350 ÖVP-Funktionäre und -Politiker waren der Einladung des Parteichefs gefolgt und wurden mit Sheriffsternen, einem Vizekanzler in Westernstiefeln und dem Motto "Black is back" belohnt.

Es gehe ihm darum, in die Politik auch "Ironie und Augenzwinkern" zu bringen, sagte Mitterlehner vor der Filmvorführung. Und nein, der Koalitionspartner SPÖ müsse sich nicht davor fürchten, dass in der Endphase der Steuerreform-Verhandlungen die Colts ins Spiel kommen. Doch meint der ÖVP-Chef, mit Tarantinos oscargekrönten Film auch Inhalte transportieren zu können: Die Gewalt komme im Film "üppig" vor, räumte er ein, das wolle man nicht verherrlichen. Aber "die Gerechtigkeit zieht sich als Motto durch".

Ordentlich eingelaufen waren Mitterlehners Cowboy-Stiefel übrigens noch nicht: "Die sind ganz neu", erklärte er, und das restliche passende Outfit, etwa eine Lederjacke, habe er leider nicht in Wien. Aber nachdem ihm zum Parteitag im Vorjahr zu seinem Verbindungsnamen Django passendes Schuhwerk geschenkt worden war, hätten nicht zuletzt Journalisten danach verlangt, sie auch am Vizekanzler-Fuß bewundern zu können. Ob er sie beim nächsten Ministerrat anziehen werde, überlege er noch, sorgte Mitterlehner für Gelächter im Kinosaal.

Wiens ÖVP-Obmann Manfred Juraczka - die Veranstaltung war quasi eine Koproduktion von Bundes- und Landespartei - freute sich darüber, dass man mit dem Kinotreff "Lebensfreude, gute Laune, Augenzwinkern" verbreite. Staatssekretär Harald Mahrer wiederum, gewandet in Cowboy-Hut und Halstuch, wollte im "unchained" im Titel keine Anspielung auf "entfesselt" - ein Lieblingsbegriff von Mitterlehners Vorgänger Michael Spindelegger - erkennen. Da gebe es wohl unterschiedliche Ansätze bei der Übersetzung, meinte er beim Plaudern vor dem Filmstart.

Die ÖVP-Anhänger waren hoch erfreut nicht nur über die Kinoeinladung, sondern auch über die Möglichkeit, sich mit dem Parteichef fotografieren lassen zu können. Der war nämlich gleich zweimal vertreten - in Fleisch und Blut und als Pappkamerad in kompletter "Django"-Montur. (APA, 10.3.2015)

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