Neuerlich Misshandlungsvorwürfe gegen Wiener Polizei

10. März 2015, 19:44
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Wienerin laut "Falter" in Silvesternacht misshandelt, Kritik auch an Staatsanwaltschaft

Wien - Eine 47 Jahre alte Frau ist in der Silvesternacht in Wien offenbar ungerechtfertigt wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen und dabei von Polizisten misshandelt worden. Das berichtet der "Falter" in seiner neuen Ausgabe.

Vorwürfe werden auch gegen die Staatsanwaltschaft erhoben. Der zuständige Vertreter der Staatsanwaltschaft habe in seinem Strafantrag gegen die Frau nämlich die Darstellung der Polizei übernommen, die den Vorfall als Widerstand sowie als schwere Körperverletzung an Beamten klassifizierte. Der Staatsanwalt habe jedoch weder einen Beamten befragt, obwohl die Frau am 1. Jänner Anzeige gegen die Polizisten erstattet habe, noch ein Video als Beweismittel herangezogen.

Knochenbrüche und Prellungen nach Verhaftung

Die Frau wurde auf dem Gelände einer Tankstelle in der Innenstadt festgenommen, die Geschehnisse wurden von der Überwachungskamera erfasst und sind laut dem Bericht auf einem halbstündigen Video zu sehen, das die Frau auftrieb, nachdem sich die Behörden nie dafür interessiert hätten. Bei der Frau wurden den Angaben zufolge am 1. Jänner im AKH unter anderem ein Bruch des Steißbeins, Prellungen von Schädel und Knie sowie Blutergüsse festgestellt.

Beschwerde wegen "unmenschlicher Behandlung"

Die Staatsanwaltschaft wäre verpflichtet gewesen, die Polizisten binnen 48 Stunden einzuvernehmen, das Video zu sichern und ein gerichtsmedizinisches Gutachten in Auftrag zu geben, berichtet der "Falter". Der Rechtsanwalt der Frau, Wilfried Embacher, hat demnach beim Verwaltungsgerichtshof eine Beschwerde wegen unmenschlicher Behandlung eingebracht und will eine Entschädigung einklagen. Der für Mitte März angesetzte Prozess gegen die Frau sei bis auf Weiteres vertagt worden, hieß es unter Berufung auf das Justizministerium.

Erst am Montag war der Fall eines Studenten bekannt geworden, der nach eigenen Angaben auf dem Wiener Silvesterpfad in der Innenstadt von Jugendlichen attackiert und beim anschließenden Polizeieinsatz von Beamten gewürgt und geschlagen wurde. Darüber hinaus wirft der 25-Jährige den Polizisten vor, ihn beschimpft zu haben, da sie ihn für einen Muslim hielten. (APA, 10.3.2015)

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