Cerberus-Ausstieg aus Bawag wird konkreter

10. März 2015, 19:20
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Die Amerikaner haben nun Berater engagiert, die Optionen ausloten

Wien - Der Ausstieg des US-Fonds Cerberus aus der BAWAG wird konkreter. Die Amerikaner haben nun Berater engagiert, die Optionen für die ehemalige Gewerkschaftsbank ausloten sollen, schreibt die "Financial Times". Möglich wären das Zusammengehen mit einer anderen Bank, ein Verkauf oder ein Börsengang.

Der Wert der BAWAG stehe noch nicht fest, es werde aber davon ausgegangen, dass Cerberus einen Aufschlag zum Buchwert bekommt. Dieser lag 2014 bei 2,4 Mrd. Euro, Cerberus hat 2007 rund 3,3 Mrd. Euro für die BAWAG gezahlt. Als Interessenten werden sowohl europäische als auch chinesische und japanische Banken bzw. Finanzhäuser kolportiert. Cerberus hält 52 Prozent an der BAWAG, 39 Prozent gehören dem Fonds Golden Tree.

Dass sich in den letzten Monaten die Erwartungen um einen Ausstieg von Cerberus über einen Verkauf an andere Investoren oder einen Börsengang verdichten, hängt nach APA-Informationen mit baldigen Fälligkeiten von Anleihen zusammen. Die Amerikaner hatten für den BAWAG-Kauf (damals zu 90 Prozent) vor sieben Jahren umfangreiche Bonds aufgelegt.

Investmentbanker haben zuletzt gegenüber der APA allerdings Zweifel geäußert, dass ein Eigentümerwechsel erfolgen würde, bevor der Prozess über die Swap-Verluste der Stadt Linz (Streitwert: mehr als 500 Mio. Euro) beigelegt ist. Dass jetzt die schon einmal gescheiterten Vergleichsverhandlungen wieder aufgenommen werden, wird am Finanzplatz Wien deshalb als Schritt interpretiert, hier bald reinen Tisch zu machen. (APA, 10.3.2015)

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