China: "Werbelüge" kostet Procter & Gamble 900.000 Euro

10. März 2015, 17:06
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Behörden monieren Fernsehwerbung für Zahnpasta - Höchste Strafe für trügerische Werbung

Shanghai/Cincinnati (Ohio) - Wegen einer "Werbelüge" für eine Zahnpasta muss der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble in China umgerechnet etwa 900.000 Euro Bußgeld zahlen. Der Konzern habe in einer Fernsehwerbung Spezialeffekte genutzt, um die Zähne einer Starmoderatorin am Computer "übermäßig" zu weißen, kritisierte die für Handel und Industrie zuständige Behörde in Shanghai am Dienstag. Dies sei unlauter.

Der Hersteller von Hygieneartikeln müsse deshalb 6,03 Mio. Yuan (885.200 Euro) Strafe zahlen. Procter & Gamble bestätigte dies nicht offiziell, betonte auf der chinesischen Kurznachrichten-Plattform Weibo aber, dass die Werbung seit vergangenem Jahr nicht mehr ausgestrahlt werde.

Tricksereien dürfen nicht das Produkt betreffen

Nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua ist es die höchste Strafe, die in China jemals für trügerische Werbung gezahlt werden musste. Über Staatsmedien ließen die Behörden zudem verbreiten, dass in Werbung einzig Tricksereien erlaubt seien, die nicht das umworbene Produkt betreffen. So dürfe beispielsweise in einer Autowerbung der Himmel durch Spezialeffekte blauer gefärbt werden, als er auf der Aufnahme tatsächlich sei, berichtete Xinhua weiter.

Die chinesischen Behörden gehen seit Monaten verstärkt gegen ausländische Unternehmen vor, häufig wegen kartellrechtlicher Vorwürfe. Betroffen waren bereits unter anderem die Autokonzerne Audi, BMW, Daimler sowie der US-Computerriese Microsoft. (APA, 10.3.2015)

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