Der Transitbuddy: Ein Kofferträger auf Rädern

12. März 2015, 19:11
7 Postings

Österreichisches Forscherteam entwickelt Roboter als Unterstützung für Reisende

Wien - Wer hat sich beim Reisen noch nie gewünscht, einen Roboter zu haben, der das Gepäck trägt? Wissenschafter des Austrian Institute of Technology (AIT) und der TU Wien haben kürzlich die Idee für einen derartigen vollautomatischen Schani präsentiert, der auf Bahnhöfen und Flughäfen zu Diensten stehen könnte: Der Transitbuddy soll ein autonomes Fahrzeug werden, das mit Koffern beladen wird und weiß, wohin es zu rollen hat. Entweder es folgt dem Reisenden, der über sein Smartphone den Auftrag gegeben hat, oder es fährt voraus, wenn dieser auf einem fremden Bahnhof oder Flughafen, zum Beispiel den Taxistandplatz, sucht.

Damit sich der Transitbuddy bei diesen Aufgaben nicht verirrt, werden ihm Sensoren eingebaut. Mit Lasern misst er das Schritttempo des Auftraggebers und passt seine Fahrgeschwindigkeit dementsprechend an. "Es wäre nicht zielführend, wenn der rollende Roboter zu schnell wäre und dadurch Hektik bei den Reisenden verursachen würde", erzählt Stefan Seer, Projektleiter am AIT.

Die Laser sollen dem Transitbuddy befähigen, Hindernisse zu erkennen, rechtzeitig auszuweichen und trotzdem das Ziel nicht außer Acht zu lassen. Derzeit existiert der Transitbuddy als Designstudie und als technisches Konzept - finanziert zu einem Großteil vom Programm Ways2go des Infrastrukturministeriums und der Forschungsförderungsgesellschaft FFG. In einem nächsten Schritt könnte ein Prototyp entstehen.

Ehe der Transitbuddy einsatzbereit ist, werden wohl noch fünf bis zehn Jahre vergehen. Seer sieht bei allen Projektpartnern ein großes Interesse, den rollenden Kofferträger wirklich zum Fahren zu bringen - neben dem AIT und der TU Wien waren ein Design- (BKM Design Working Group) und ein Automationsunternehmen (DS Automotion GmbH) sowie die ÖBB Infrastruktur AG und die Netwiss OG, die sich um die Befragung potenzieller Kunden kümmerte.

Dabei wurde der deutliche Wunsch geäußert, den Transitbuddy nicht nur für Menschen mit eingeschränkter Mobilität - so lautete der ursprüngliche Plan - zu bauen. Und ihn so zu entwickeln, dass er auch außerhalb der üblichen Verkehrsschnittstellen fahren kann. Eine schöne Vision: ein elektronischer Kofferträger für alle Wege. (pi, DER STANDARD, 11.3.2015)

  • So sieht der TransitBuddy aus - in zusammengeklapptem Zustand und mit offener Tragfläche für Koffer.
    illu.: ait

    So sieht der TransitBuddy aus - in zusammengeklapptem Zustand und mit offener Tragfläche für Koffer.

Share if you care.