Neues, dunkelgoldgelbes Ale von Brewdog

Kolumne17. März 2015, 12:51
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Extrem gehopft und dennoch gut zu trinken

Die Craft-Bier-Messe Braukunst Live, die vorvergangenes Wochenende in München in ihrer vierten Auflage stattgefunden hat, hat sich inzwischen zur Bühne für Bierinnovationen gemausert. Ein guter Platz also, um das neue Ale vorzustellen, das die schottischen Brauer bei Brewdog seit letztem Freitag ausliefern.

Auf dem Etikett muss man mit der Lupe nach dem Hinweis auf den Stil suchen. In großen Lettern steht allerdings neben einer Karikatur eines Hundes in Uniform und mit preußischer Pickelhaube, es handle sich um ein "Restorative Beverage for Invalids & Reconvalescents" - ein gesundheitsbezogener Hinweis, der womöglich als Provokation für Lebensmittelbehörden gedacht ist. Belegt ist er mit dem Zitat von Jonathan Pereira, nein, nicht vom Fußballer, sondern von einem englischen Arzt, der 1843 A Treatise on Food and Diet veröffentlicht hat.

Darin schrieb er, dass die stärksten Ales "trunken und stumpfsinnig machende Eigenschaften" hätten, India Pale Ales aber frei von solchen Bedenken von Kranken und Genesenden genossen werden könnten, denen andere Ales schaden würden.

Und wie präsentiert sich das 8,7 Prozent starke obergärige Bier, das uns so angepriesen wird, selbst? Dunkelgoldgelb liegt es unter einem kräftigen Schaum, duftet nach Erdbeeren und Harz, trinkt sich süßlich an und zeigt seine 100 Bittereinheiten nur ganz kurz. (Conrad Seidl, Rondo, DER STANDARD, 17.3.2015)

  • Das "Restorative Beverage for Invalids & Reconvalescents".
    foto: conrad seidl

    Das "Restorative Beverage for Invalids & Reconvalescents".

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