Swap: Annäherung zwischen Linz und Bawag

10. März 2015, 14:09
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Auch der Linzer Bürgermeister Klaus Luger hält im Streit um das Swap-Geschäft einen Vergleich für möglich

Wien - Auch der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) hält mittlerweile im Streit um ein für die Stadt Linz schief gegangenes Swap-Geschäft einen Vergleich mit der Bawag für möglich und strebt ihn auch an. Ein von Bawag-Chef Byron Haynes angebotenes Gesprächsangebot werde er annehmen, sagte Luger am Dienstag im Ö1-"Mittagsjournal".

In dem Fall geht es mittlerweile um 552 Millionen Euro aus dem schief gelaufenem Geschäft mit Fremdwährungskrediten. Die Bawag will das Geld zurück, die Stadt Linz will nicht zahlen. Der Streit wird vor dem Handelsgericht in Wien seit vier Jahren ausgetragen. Am Freitag geht das Verfahren in die nächste Runde.

"Ich halte aus Sicht der Stadt Linz einen Vergleich dann für möglich und strebe ihn auch an, wenn die Bawag alle Zahlen auf den Tisch gelegt hat und belegen kann, wie hoch die Gewinne und die Verluste aus dem Swap sind", so der Linzer Bürgermeister Luger. "Ich werde das Gesprächsangebot annehmen", sagt er. Laut Bawag-Chefjurist Alexander Schall hat die Bank bereits "alle Zahlen auf den Tisch gelegt", woraus sich die Summe von 552 Millionen Euro (Schaden inklusive Zinsen, Anm.) ergebe. Wie berichtet hat die Bawag eine detaillierte Abrechnung ihrer Swap-Kosten am vergangenen Freitag dem Gericht vorgelegt.

Allfällige Vergleichsverhandlungen

Die Stadt Linz geht dagegen davon aus, dass es sich beim tatsächlichen Schaden bei Gegenrechnung von Gewinnen und Verlusten um einen viel kleineren Betrag - nämlich um rund 100 Mio. Euro - dreht. Diese Summe kann Bawag-Jurist Schall wiederum nicht nachvollziehen.

Für Luger geht es jedenfalls inhaltlich darum, unter welchen Bedingungen allfällige Vergleichsverhandlungen Sinn machten. Anschließend müsste darüber in der Stadtregierung beraten und entschieden werden. Eine allfällige Finanzierungsfrage wäre erst danach zu klären, egal ob es durch ein Gerichtsurteil oder einen Vergleich zu Zahlungen käme. "Es bestehen aber durchaus Chancen, dass sich die Stadt Linz durchsetzt, dann wäre das Refinanzierungsthema überhaupt kein Thema", betonte Luger.

Die Bawag wolle mit ihrer Einladung zu Vergleichsgesprächen auch ausloten, wie ernst es der Stadt Linz damit vor den im September anstehenden Gemeinderatswahlen in Oberösterreich ist, so Bawag-Jurist Schall. Einen Zusammenhang mit den Verkaufsgerüchten um die Bawag selbst dementiert er hingegen. (APA/red, derStandard.at, 10.3.2015)

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