Tester über Apples neues MacBook: "Eine Vision"

10. März 2015, 12:36
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Jubel für neues Design - Tastatur und Touchpad überzeugen hingegen weniger

Dünner, leichter, mehr Farben, weniger Anschlüsse. Neben weiteren Details zur Apple Watch hatte Apple-CEO Tim Cook am Montag bei einem Event in San Francisco auch ein neues MacBook im Talon. Das zwölf Zoll große Gerät gesellt sich als neues Modell zu MacBook Air und Pro und soll laut Apple nichts weniger als "den Laptop neu erfinden". Erste Kurztests zeigen, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg damit sein dürfte.

"Visionär"

"Unglaublich, fast unmöglich dünn" und "schön", beschreibt Wired das neue Design. Mit 13,1 mm Höhe und einem Gewicht von 0,92 kg ist es dünner und leichter als Apples bisherige Laptops. Dennoch sei es überraschend robust. Auch die Farben begeistern, die goldene Variante sei nicht so kitschig wie zunächst erwartet. Für TechCrunch und The Verge ist das Design richtungsweisend, "eine Vision" für zukünftige Laptops.

Lob gibt es für das Display mit einer hohen "Retina"-Auflösung mit 2.304 x 1.400 Pixel. Es wirke wie gedruckt, und die Farben seien natürlicher als beim ersten MacBook Pro mit Retina-Display.

Tastatur und Touchpad gewöhnungsbedürftig

Die neue Tastatur kann den Testern indessen weniger Jubel abringen. Wired "hasst" das Keyboard sogar, da die Tasten beim Tippen nur wenig einsinken. Es fühle sich nicht viel anders an, als auf einem Touchscreen zu schreiben. Auch The Verge ist nicht komplett überzeugt vom neuen Mechanismus, der zu steif sei. Für TechCrunch ist der "Klick" der Tasten ausreichend.

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Das MacBook wurde am Montag Apple-typisch mit viel Pathos vorgestellt.

Das neue "Force Touch Trackpad" sei gewöhnungsbedürftig, und man müsse etwas üben, um zwischen den verschiedenen Druckstärken unterscheiden zu können. Durch den festeren Druck kann man beispielsweise in einem Quicktime-Video vorspulen oder etwas in Wikipedia nachschlagen. Positiv hervorgehoben wird die Möglichkeit, die Stärke des haptischen Feedbacks einstellen zu können.

Nur mehr ein Anschluss

Abseits des neuen Designs ist die wichtigste Neuerung des MacBook, dass es nur mehr mit einem einzigem USB-Anschluss nach dem neuen C-Standard ausgestattet ist. Aufladen, Datenübertragung, Anschluss von Peripheriegeräten - alles funktioniert über diesen einen Port. Für The Verge ist es den Wegfall anderer Anschlüsse wert - Apple konnte dadurch größere Akkus verbauen und die Laufzeit erhöhen.

Weil nur mehr ein Port für alles vorhanden ist, sind Adapter notwendig, die Apple nicht gerade billig anbietet. Mit den Mulitport-Adaptern können gleichzeitig ein HDMI- oder VGA-Display, ein anderes USB-Gerät und das USB-C-Ladekabel angeschlossen werden. Kostenpunkt: 89 Euro. Die Kritik daran hält sich allerdings in Grenzen. Die Tester glauben, dass sich der Single-USB-Port durchsetzen wird und Adapter in Zukunft nicht mehr notwendig sein werden.

Schön, aber teuer

Ausgestattet mit einem Intel-Core-M-Prozessor sei es zwar für mobiles Arbeiten und Surfen geeignet, nicht aber für Gaming oder andere aufwändige Aufgaben wie Videoschnitt. Wired fühlt sich an die Apple Watch erinnert - das neue MacBook sei schön, ein Statussymbol, etwas, das man anderen gerne zeigen möchte. Aber für seine Ausstattung sei es zu teuer. Der Preis startet bei 1.449 Euro. (Birgit Riegler, derStandard.at, 10.3.2015)

  • Dünn und leicht - das Design des neuen MacBook versetzte erste Tester in Verzücken.
    foto: reuters/robert galbraith

    Dünn und leicht - das Design des neuen MacBook versetzte erste Tester in Verzücken.

  • Richtungsweisend sieht man auch den neuen Single-USB-C-Anschluss. Dass dadurch die Nutzung eines Adapters notwendig wird, den Apple teuer verkauft, wird kaum kritisiert.
    foto: reuters/robert galbraith

    Richtungsweisend sieht man auch den neuen Single-USB-C-Anschluss. Dass dadurch die Nutzung eines Adapters notwendig wird, den Apple teuer verkauft, wird kaum kritisiert.

  • Weniger überzeugen kann die neue Tastatur.
    foto: reuters/robert galbraith

    Weniger überzeugen kann die neue Tastatur.

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