Audi steigert Gewinn und kürzt Mitarbeiter-Boni

10. März 2015, 11:05
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Pro verkauftem Auto blieb dem Autobauer weniger Geld, auch die Mitarbeiter bekommen weniger Boni, weil sie den Kuchen mit mehr Kollegen teilen müssen

Wien - Die Ingolstädter VW-Tochter Audi konnte im Vorjahr den Gewinn steigern. Vor allem die Verkäufe schnellten auf Rekordhöhe hoch. Das operative Ergebnis legte um 2,4 Prozent auf 5,15 Mrd. Euro zu. Die Zahlen waren mit Spannung erwartet worden, denn der deutsche Autobauer hatte das ganze Jahr über offen gelassen, ob man den Gewinn angesichts hoher Kosten für neue Modelle, Werke und Technologien und anhaltender Rabattschlachten überhaupt steigern könne.

Bemerkbar machten sich die vielen Ausgaben aber doch: Pro verkauftem Auto blieb weniger Geld. Die operative Rendite sank 2014 auf 9,6 Prozent, im Jahr davor waren es noch 10,1 Prozent. Damit lag Audi aber immer noch vor Daimler. Der Konkurrent erzielte im Pkw-Geschäft 2014 eine Gewinnspanne von 8,1 Prozent. BMW hat noch keine Zahlen vorgelegt.

Neues Rekordjahr angestrebt

Für 2015 kündigte Audi-Finanzchef Axel Strotbek erneut eine operative Rendite innerhalb des Zielkorridors von acht bis zehn Prozent an. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler äußerte sich gewohnt optimistisch: "Wir zielen auf ein neues Rekordjahr. Wir wollen auch 2015 wachsen - stärker als der Weltmarkt und mit einem Plus in allen Regionen."

Für 2015 rechnen die Ingolstädter nur mit einem leichten Plus in den weltweiten Pkw-Märkten. 2014 lieferteAudi 1,74 Millionen Autos weltweit aus. Das Ziel von zwei Millionen verkauften Fahrzeugen soll vor dem Jahr 2020 erreicht werden, bekräftigte Stadler.

Die Beschäftigten an den deutschen Audi-Standorten können an den Rekordwerten aber nicht proportional mitnaschen. Trotz der Rekordwerte bei Absatz und Umsatz bekommen sie bereits zum zweiten Mal in Folge eine geringere Erfolgsbeteiligung. Im Durchschnitt bekommt jeder Tarifbeschäftigte 6.540 Euro. Bereits vor einem Jahr war die Zahlung angesichts eines geringeren Gewinns von 8.030 auf 6.900 Euro gesunken.

Mehr Anspruchsberechtigte

2014 sei aber ein anderer Grund ausschlaggebend gewesen: die "Zahl der Anspruchsberechtigten" sei angesichts von vielen Neueinstellungen "um rund 4.000 gestiegen, während das operative Ergebnis nur leicht über dem Vorjahreswert liegt". Audi hat mehr als 80.000 Mitarbeiter, 58.000 davon in Deutschland. 2015 will der Autobauer weltweit 6.000 Mitarbeiter einstellen, 4.000 davon in Deutschland.

Die Audi-Führungsriege bekam dagegen 2014 einen weiteren Aufschlag: Insgesamt erhielt das siebenköpfige Gremium 24,9 Millionen Euro, das sind 6,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Während das fixe Gehalt etwas sank, legte die variable Vergütung kräftig zu. Die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder rund um Vorstandschef Rupert Stadler legt Audi nicht offen.

Trotz Unsicherheiten heuer will Audi bereits vor 2020 die Marke von zwei Millionen verkauften Autos knacken. Dabei habe es in Wachstumsmärkten wie Brasilien, Indien oder Russland Probleme gegeben, sagte Audi-Chef Rupert Stadler am Dienstag in Ingolstadt.

Audi hatte 2014 weltweit rund 1,74 Millionen Autos verkauft und einen neuen Absatzrekord erreicht. Das trieb den Umsatz auf den Bestwert von fast 54 Mrd. Euro - ein Plus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter dem Strich steht ein Gewinn von gut 4,4 Mrd. Euro, 10 Prozent mehr als 2013. (Reuters, red, derStandard.at, 10.3.2015)

  • Audi kann wieder eine blitzsaubere Bilanz vorlegen.
    foto: ap/weigel

    Audi kann wieder eine blitzsaubere Bilanz vorlegen.

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