Entführter Österreicher: Laut Regierung "zur Stunde" keine Lösegeldforderung

10. März 2015, 13:02
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Krisenstab tagt - Oberösterreicher dürfte von IS-Terrormiliz verschleppt worden sein - Keine direkte oder indirekte Information über Schicksal

Wien - Bundeskanzler Werner Faymann hat im Pressefoyer nach dem Ministerrat am Dienstag betont, dass es keinen direkten oder indirekten Kontakt zu dem in Libyen entführten Oberösterreicher gibt. Über etwaige Lösegeldforderungen wollte er nicht spekulieren. Eine Lösegeldforderung "steht zur Stunde nicht an", so der Bundeskanzler.

Faymann erklärte, dass von österreichischer Seite alles unternommen werde, um Hilfestellung zu leisten, in der Regierungssitzung habe man "mit Sorge" über den Fall gesprochen. Es sei auch bereits ein Krisenstab eingerichtet worden, mehr könne derzeit nicht dazu gesagt werden.

Kurz: Keine Information über Aufenthaltsort

Außenminister Sebastian Kurz hat zuvor bestätigt, dass es zu dem in Libyen entführten Oberösterreicher keinen Kontakt und auch kein Lebenszeichen gibt. Zur Stunde tage der im Außenministerium eingerichtete Krisenstab, erklärte der Ressortchef vor dem Ministerrat gegenüber Journalisten.

Man wisse, dass am Freitag ein Angriff auf ein Ölfeld in Libyen stattgefunden hat und dabei der Österreicher sowie acht weitere Personen von IS-Terroristen verschleppt wurden, sagte Kurz. Am Freitag sei umgehend ein Krisenstab eingerichtet worden, dieser setze sich aus Vertretern des Außenministeriums, des Innenministeriums, des Verteidigungsministeriums sowie des Bundeskanzleramts zusammen.

Alle bisher vorhandenen Informationen seien an die Presse weitergegeben worden, sagte Kurz. "Sobald es neue Entwicklungen gibt, werden wir Sie informieren." Derzeit gäbe es aber weder Kontakt zu den Betroffenen noch ein Lebenszeichen. (APA, 10.3.2015)

  • Der Österreicher wurde zusammen mit anderen Ausländern in der Wüste Libyens entführt.
    foto: reuters/goran tomasevic

    Der Österreicher wurde zusammen mit anderen Ausländern in der Wüste Libyens entführt.

  • Kurz (li.) und Frankreichs Außenminister Fabius beraten über Terrorgefahr.
    foto: epa/julien warnand

    Kurz (li.) und Frankreichs Außenminister Fabius beraten über Terrorgefahr.

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