Argentinien: Zehn Tote bei Hubschrauber-Zusammenstoß

10. März 2015, 06:52
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Unglück ereignet sich während Dreharbeiten für Reality-Show - Mehrere französische Spitzensportler unter den Opfern, Präsident Hollande erschüttert

Buenos Aires / Paris - Beim Zusammenstoß zweier Hubschrauber während der Dreharbeiten zu einer Reality-Show für das französische Fernsehen sind in Argentinien zehn Menschen ums Leben gekommen. Acht von ihnen waren Franzosen, wie örtliche Behörden am Montag (Ortszeit) mitteilten. Zu den Opfern zählen einstige Spitzensportler wie die Schwimm-Olympiasiegerin Camille Muffat.

Unter den Opfern befanden sich auch der ehemalige Boxer Alexis Vastine und die Seglerin Florence Arthaud. Auch die beiden argentinischen Piloten starben. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Frankreichs Präsident François Hollande und Premierminister Manuel Valls zeigten sich erschüttert. Auch in der Sportwelt war das Entsetzen groß.

Ermittlungen eingeleitet

Das Unglück ereignete sich nach Medienberichten nahe der Ortschaft Villa Castelli in der Provinz La Rioja, rund 1.100 Kilometer nordwestlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Zum Zeitpunkt der Kollision habe gutes Wetter geherrscht. Die beiden Helikopter seien rund 400 Meter vom Startpunkt entfernt zusammengeprallt und brennend abgestürzt. Sie seien von örtlichen Stellen zur Verfügung gestellt worden, hieß es weiter. Die Bundespolizei habe Ermittlungen eingeleitet, eine Expertengruppe der Luftfahrtbehörde sei auf dem Weg in die bergige Region.

Auch in Frankreich wurden Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise meldete. Möglicherweise hätten sich beide Maschinen in der Luft gestreift, teilte die Regionalregierung von La Rioja mit. Die Teams seien zu Dreharbeiten für die Reality-Show "Dropped" des französischen Senders TF1 in der Schlucht Quebrada del Yeso unterwegs gewesen. Bei der Überlebenssendung werden die Teilnehmer in einsamen Landschaften ausgesetzt und mehrere Tage sich selbst überlassen.

Ex-Fußballer Wiltord bereits zurückgekehrt

Unter den Teilnehmern von "Dropped" war diesmal auch der ehemalige Stürmer der französischen Nationalelf, Sylvain Wiltord, gewesen. Er war aber zuvor schon ausgeschieden und nach Frankreich zurückgekehrt. "Es ist grauenvoll, es wird schwierig sein, die Leichen zu bergen. Die beiden Hubschrauber sind ausgebrannt", sagte Bürgermeister Andres Navarrete dem örtlichen Radiosender La Red. Das Team habe bereits zweimal in der Gegend gedreht, am Montag hätte der dritte Dreh beginnen sollen.

Die Region sei durch die Rallye Dakar international bekannt geworden, die seit 2009 in Südamerika stattfindet. "Es gab eine große Explosion, und dann war alles in Flammen gehüllt", zitierte die örtliche Zeitung "Nueva Rioja" eine Radioreporterin, die Augenzeugin des Absturzes wurde.

Valls: "Ganz Frankreich trauert heute Morgen"

In einer vom Élysée-Palast am Dienstag herausgegebenen Erklärung von Frankreichs Präsident Hollande hieß es, der plötzliche Tod sei ungeheuer traurig. Der Staatschef sicherte den Angehörigen der Opfer seine Unterstützung zu. Premierminister Valls schrieb über den Kurznachrichtendienst Twitter: "Ganz Frankreich trauert heute Morgen."

Wie bei "Dropped" oder ähnlichen Formaten müssen Kandidaten in Teams oder allein gegeneinander kämpfen oder Orientierung finden. Der Programmleiter der norwegischen Version von "Dropped", Dag Otto Lauritzen, teilte dem Fernsehsender NRK mit: "Das ist tief tragisch, und ich habe einen Schock bekommen, als die Nachricht kam." Als die Norweger eine Folge in La Rioja aufgezeichnet hätten, habe er die Sicherheit als gut erlebt. "Bei unserer Produktion hatten wir zwei Sicherheitsexperten dabei, die vorher an allen Aufnahmeorten eine gründliche Arbeit geleistet hatten und die auch die ganze Zeit bei den Aufzeichnungen dabei waren."

Auch der internationale Sport trauerte um die Opfer:. "Das sind niederschmetternde Neuigkeiten, ein Leben wurde viel zu früh genommen", twitterte die amerikanische Lagen-Olympiasiegerin Jessica Hardy. Ihre Teamkollegin, die viermalige Olympiasiegerin Janet Evans, würdigte Muffat (25) als "unglaubliche Athletin und Inspiration für uns alle". Muffat hatte bei den Spielen 2012 in London Olympia-Gold über 400 Meter Freistil, Silber über die 200 Meter Freistil sowie Bronze mit der französischen Freistil-Staffel über 4 x 200 Meter gewonnen. (APA, 10.3.2015)

  • Die Unglücksstelle in Argentinien.
    ap/gonzalez

    Die Unglücksstelle in Argentinien.

  • Schaulustige vor Ort.
    ap/gonzalez

    Schaulustige vor Ort.

  • Unter den Todesopfern: Schwimmerin Camille Muffat ...
    foto: ap/sohn

    Unter den Todesopfern: Schwimmerin Camille Muffat ...

  • ... Boxer Alexis Vastine ...
    foto: epa/mabanglo

    ... Boxer Alexis Vastine ...

  • ... und Seglerin Florence Arthaud.
    foto: reuters/platiau

    ... und Seglerin Florence Arthaud.

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