Neuronale Lernprozesse: Wenn sich Korbzellen-Subtypen ergänzen

9. März 2015, 18:12
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Forscher entdeckten bei Mäusen neuronale Lerntrategien, die denen von künstlicher Intelligenz ähneln

Basel - Das Gehirn von Mäusen lernt offenbar ähnlich wie Maschinen mit künstlicher Intelligenz: Erst werden zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten getestet und anschließend die vielversprechendste ausgewählt und verfeinert.

Die sogenannten Korbzellen sind Nervenzellen im Hippocampus, einer für das Lernen wichtigen Gehirnregion. Die Rolle der Zellen beim Lernen haben Pico Caroni vom Friedrich Miescher Institut (FMI) in Basel und Kollegen unlängst nachgewiesen. Aktuell berichten sie im Fachjournal "Neuron", dass es von den Korbzellen zwei verschiedene Untertypen gibt.

Der eine Typ entsteht demnach spät in der Gehirnentwicklung und wird durch andere Hirnzellen ausgebremst, wenn möglichst viel und breit Information gesammelt werden muss. Der andere Typ entsteht früh in der Embryonalentwicklung und wird angeregt, wenn etwas Gelerntes verfeinert und gefestigt werden muss.

Effizientes Lernmodell

Dies entspricht exakt einer Lernstrategie, die sich Informatiker auf theoretischer Basis für lernende Maschinen ausgedacht haben: Erst flexibel alle Möglichkeiten ausprobieren, und dann, wenn der Fehler klein genug ist, nur noch kleine Änderungen zulassen. "Das scheint das einfachste und effizienteste Lernmodell zu sein", erklärte Caroni.

Auf das Schwimmenlernen übertragen würde das etwa bedeuten: Die spät entstandenen Zellen unterstützen das Ausprobieren diverser Beinschläge, vom Zappeln bis zum wechselseitigen Auf und Ab der Beine. Die früh entstandenen Neuronen helfen dann, den Crawlbeinschlag zuverlässig anzuwenden und Hüft-, Bein- und Fußeinsatz zu perfektionieren. (APA, 9.3.2015)

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