Weltgrößte Tourismusmesse: Wohin die Reise geht

9. März 2015, 17:55
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Noch nie zuvor haben so viele Menschen die ITB Berlin besucht.

Der Andrang auf der der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) war 2015 höher als je zuvor. In fünf Tagen besuchten 175.000 Menschen die weltweit größte Messe der Tourismusbranche. Von 4. bis 8. März präsentierten mehr als 10.000 Aussteller aus 186 Ländern ihre Angebote. Sie verzeichneten Geschäftsabschlüsse in einem Volumen von 6,7 Milliarden Euro - ein kleiner Zuwachs gegenüber dem Vorjahr (6,5 Milliarden Euro). 2015 verspricht also ein gutes Jahr für die Reisebranche zu werden. Sinkende Energiepreise und eine geringe Inflation machen der Branche Hoffnung.

Digitalisierung der Branche geht weiter

Unser Alltag wird auch im Urlaub zunehmend digitalisiert. Die Buchung einer Reise erfolgt immer öfter über das Smartphone, Apps ersetzen schon teilweise Reiseführer. Neu sind speziell auf gebuchte Reisen zugeschnittene Applikationen, die Reisebüros die Möglichkeit bieten, auch während des Urlaubs hilfreiche Informationen weiterzugeben. Dieses Service wird von den Kunden immer mehr genutzt und geschätzt. Auch Hotels nutzen die Vorteile der Technik. So lässt sich die Türe zum Hotelzimmer immer öfter mit dem Smartphone öffnen, damit sich Urlauber keine Sorgen um verlorene Zimmerschlüssel machen müssen. Schnell und bequem muss es gehen, vor allem in der Freizeit.

Beratung versus eigenes Bild vom Ziel

Trotzt der hohen Anzahl von Anbietern im Internet können sich Reisebüros - vor allem aufgrund der persönlichen Beratung - gegen die rein im Onlinebereich vertretene Konkurrenz wieder behaupten. Die Recherche im Internet empfinden Kunden zunehmend als unübersichtlich und zeitintensiv. Wer trotzdem online bucht, kann sich vorab schon einmal ein Bild von seiner Destination machen. Videos ermöglichen es einem, Städte von oben zu erkunden. Immer mehr Online-Reiseanbieter nutzen diese Funktion.

Aufmerksamkeit auf Nachhaltigkeit gelenkt

Ein Aspekt, der an Bedeutung gewinnen soll, ist die Nachhaltigkeit touristischer Angebote. Tatsächlich wird der Einsatz von alternativen und erneuerbaren Energien für den Betrieb von Hotels schön langsam ein Thema - interessanterweise aber vor allem in der Luxushotellerie. Auf der ITB sollte gezielt auf diesen "Trend" aufmerksam gemacht werden. So wurde dieses Jahr zum ersten Mal der World Legacy Award verliehen. Zusammen mit dem Reisemagazin National Geographic wurden die besten Projekte im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Bezahltes Teilen weiter gefragt

Die Reiseindustrie hat die Freude am bezahlten Teilen längst für sich entdeckt. Vermittlungsportale wie Airbnb, wimdu oder 9flats bieten Reisenden seit Jahren alternative Übernachtungsmöglichkeiten. Alles wird mittlerweile vermietet, ob die Einzimmerwohnung oder das Luxusanwesen. Vielen bietet ein Aufenthalt im Hotel offensichtlich nicht genügend Atmosphäre. Experten sehen diese Entwicklung in den kommenden Jahren weiter wachsen.

Preise und Gewinner aus Österreich

Auf der ITB werden jedes Jahr zahlreiche Auszeichnungen in verschiedenen Kategorien vergeben - darunter die "Goldene Palme" vom Reisemagazin "Geo Saison". Auch ein Anbieter aus Österreich erhielt diesen Preis. In der Kategorie "Familienreisen" gewann "Nautic Kids - die flotte Familien-Flotte" (eine Kooperation der Grazer Firma Sailorama Segelreisen, in Kooperation mit dem Nürnbergern Reiseveranstalter Renatours) unter hunderten Mitbewerbern. Geboten werden Segeltouren für Familien, bei denen der Spaß und die Betreuung der Kinder im Vordergrund stehen. (Johannes Wagner derStandard.at, 09.03.2015)

  • Artikelbild
    foto: apa / dpa / rainer jensen
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