Tag der Rosen in der Steiermark

10. März 2015, 06:06
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SPÖ-Chef Franz Voves und ÖVP-Obmann Hermann Schützenhöfer wollen ihre politische Partnerschaft auch nach den vorverlegten Wahlen im Mai fortsetzen. Für die Zusammenarbeit streuen sie einander Rosen

Graz - Als das gesamte rot-schwarze Regierungsteam im repräsentativen weißen Saal der Grazer Burg aufmarschierte und SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves, flankiert von seinem ÖVP-Vize Hermann Schützenhöfer, die Vorverlegung der steirischen Landtagswahl auf den 31. Mai - an dem Tag wählt auch das Burgenland - verkündete, drängte sich die Frage auf: Wie wollen die beiden mittlerweile zu Freunden gewordenen Parteichefs einen Landtagswahlkampf gegeneinander führen?

Rosenkavalier Voves

Schon in seiner Einleitung tönte Voves, wie sehr er die ÖVP schätze, dass bei der Reformpolitik, die er mit Schützenhöfer begonnen habe, nie parteipolitische Überlegungen eine Rolle gespielt hätten. Rosenkavalier Voves: "Ich möchte Hermann Schützenhöfer und allen in der ÖVP dafür ein großes Dankeschön sagen." Da wollte auch Schützenhöfer nicht nachstehen und streute Blumen. Es sei eine "einmalige und einzigartige Partnerschaft" mit Voves und der SPÖ, die es fortzusetzen gelte. Auch wenn beide "viele Tätschen" abgekriegt hätten.

Aber man werde durchaus wahlkämpfen, wenn auch hier auf eine neue Art: Das gemeinsame Reformziel von SPÖ und ÖVP sei klar, man werde versuchen, sich in den Wegen dorthin zu unterscheiden, ohne Untergriffe, ohne den Partner zu verletzen. Voves fügte noch hinzu, die Wahl selbst sei trotz der großen gemeinsamen Mehrheit von SPÖ und ÖVP "keine g'mahte Wies'n".

Grüne orten "Nervosität"

Der Antrag für den Wahltermin soll am Donnerstag in einer Sonderlandtagssitzung mit SPÖ-ÖVP-Mehrheit beschlossen werden. Die Opposition regierte auf die Festlegung des vorzeitigen Wahltermines angriffig. Der grüne Landessprecher Lambert Schönleitner interpretierte die Vorverlegung der Landtagswahlen als "Nervosität statt Leadership". "Offenbar ist der eigentliche Grund für die gegenwärtige Nervosität, dass die beiden alten Proporzparteien täglich mehr an Boden verlieren und Richtung 50 Prozent gehen - es ist der vergebliche Versuch einer Flucht nach vorn, doch das wird sie nicht vor dem Abgrund bewahren", orakelt der Grünen-Spitzenkandidat.

Auch KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler reagierte schon im Wahlkampfmodus: "Jetzt klammern sich SPÖ und ÖVP verzweifelt aneinander, weil sie zittern müssen, zusammen noch 50 Prozent zu schaffen. Mit dem Wahltermin wollen SPÖ und ÖVP die Opposition schwächen." (Walter Müller, DER STANDARD, 9.3.2015)

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