Wie sollen Vereine mit Pyrotechnik-Fans umgehen?

User-Diskussion9. März 2015, 18:22
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Die Situation scheint trotz Verboten und hohen Strafen für Fans und Vereine aussichtslos. Wie lässt sich die Zwickmühle auflösen, in der es aktuell nur Verlierer gibt?

Beim 312. Wiener Derby zwischen Austria und Rapid blieb der Gästesektor, in dem die Fans der Rapidler hätten stehen sollen, leer. Grund dafür waren deren wiederholte Einsätze von Pyrotechnik in Stadien. Das ist verboten, sofern keine Sondergenehmigung zum "kontrollierten Abbrennen" von Bengalischen Feuern eingeholt wird. Keine Bengalischen Feuer, aber auch Pyrotechnik, sind Böller oder Signalstifte, wie sie beim Derby am 9. November 2014 bei Zusammenstößen sogenannter "erlebnisorientierter" Fangruppen zur Anwendung kamen.

Fifa, Uefa und die Ligen reagieren mit teils drakonischen Strafen gegen die Vereine, diese scheinen aber machtlos. Medial wurde in den vergangenen Jahren ebenfalls gegen die "Taliban der Fans" (Sandra Maischberger in der ARD) aufgerüstet – andere "Taliban", beispielsweise bei Ski-Rennen, kommen da glimpflicher davon, obwohl sie ähnlich konsequent angezeigt werden. Da heißt es oft: "Tolle Stimmung auf den Rängen."

Der "zwölfte Mann" als Musterschüler?

Wie lässt sich diese festgefahrene Situation lösen? Wie sollen die Vereine, als Hauptleidtragende, reagieren, ohne es sich mit den eigenen Fans zu verscherzen? Soll ebendieses Verscherzen durchgezogen werden, um nur noch jene Fans als Gäste zu begrüßen, die gewillt sind, sich gewissen Vorgaben zu beugen? Oder muss zunächst über den Sinn dieser Vorgaben gesprochen werden? (jaz, derStandard.at, 9.3.2015)

  • Kein Fußball, aber trotzdem genehmigungspflichtig: Starlight Express
    foto: dpa/roland weihrauch

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