Freak: Microsoft-Workaround zerschießt Windows Update

9. März 2015, 13:53
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Auch einzelne HTTPS-Webseiten nicht mehr erreichbar - Kein Zeitrahmen für Update

Über die Freak-Lücke können Angreifer unter gewissen Voraussetzungen verschlüsselte Internetverbindungen ausspionieren - der WebStandard berichtete. War zunächst angenommen worden, dass das Problem vor allem Android- und iOS-Nutzer betrifft, musste Microsoft vor einigen Tagen eingestehen, dass auch die eigene Software gefährdet ist.

Workaround

Doch anstatt eines Patches, der den Fehler beseitigt, gab es zunächst einmal nur die Anleitung zu einem Workaround. Über den Gruppenrichtlinieneditor könnten besorgte Nutzer die Liste der unterstützen Krypto-Ciphers modifizieren, und so einen Angriff unmöglich machen, so Microsoft.

Nebenwirkungen

Dieses Versprechen dürfte der Workaround auch tatsächlich einhalten, unerfreulicherweise zeigen sich aber gewisse Nebeneffekte. Wie heise.de berichtet, funktioniert nämlich anschließend bei manchen Nutzern Windows Update nicht mehr. Das Betriebssystem kann also in Folge weder nach neuen Updates suchen noch bereits heruntergeladene installieren. Auch der Besuch diverser HTTPS-verschlüsselter Webseiten - darunter einige Banken - wird auf diese Weise blockiert.

Check

Nutzer, die diese Änderung bereits durchgeführt haben, sollten also besser noch einmal überprüfen, ob Windows Update bei ihnen noch funktioniert. Sollte dies nicht der Fall sein, empfiehlt sich den Workaround wieder rückgängig zu machen. Jene User, die die Privatkundenversionen von Windows verwenden, betrifft dies ohnehin nicht, da hier der Gruppenrichtlinieneditor nicht zur Verfügung steht.

Offene Fragen

Unterdessen ist noch völlig unklar, wann Microsoft ein Update zur Behebung der Sicherheitslücke liefern will. Allerdings weist der Softwarehersteller darauf hin, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Lücke bereits aktiv ausgenutzt werde. Man scheint also keine sonderliche Eile zu haben. (apo, derStandard.at, 9.3.2015)

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    foto: richard drew / ap
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