Obama am Selma-Gedenktag: "Marsch für gleiche Rechte noch nicht vorbei"

Ansichtssache9. März 2015, 10:54
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Selma - Der erste schwarze Präsident der USA, Barack Obama, sieht seit den historischen Protestmärschen von 1965 große Fortschritte hin zu mehr Gleichberechtigung für alle. "Aber der Marsch ist noch nicht vorbei, das Rennen ist nicht gewonnen", sagte er am Samstag in Selma (US-Staat Alabama) bei einer Feier zum Gedenken an den "Bloody Sunday" vor 50 Jahren.

Am 7. März 1965 hatten Polizisten einen geplanten Protestmarsch für die Rechte der afroamerikanischen Bevölkerung von Selma nach Montgomery mit Knüppeln und Tränengas verhindert. Das brutale Vorgehen rüttelte die Nation auf und führte Monate später zu einem Wahlrechtsgesetz, in dessen Folge sich Millionen Afroamerikaner erstmals als Wähler registrieren lassen konnten.

Obama reiste mit seiner Frau Michelle und seinen Töchtern Sasha und Malia nach Selma. Auch Obamas Amtsvorgänger George W. Bush und dessen Frau Laura kamen zu der Gedenkfeier in der Kleinstadt. In seiner engagierten Rede zollte Obama denen Tribut, die in Selma vor 50 Jahren für die Rechte schwarzer US-Bürger auf die Straße gingen. "Wir sind heute hier versammelt, um sie zu feiern."

Obama: Rassismus wirft Schatten auf Gesellschaft

Obama sprach vor Zehntausenden Menschen vor dem Hintergrund zahlreicher Vorwürfe polizeilicher Diskriminierungen und exzessiver Gewaltanwendung gegen Afroamerikaner. Man brauche nicht den jüngsten kritischen Bericht des Justizministeriums über die Zustände in Ferguson zu lesen, um zu wissen, "dass die rassistische Geschichte dieser Nation weiter einen langen Schatten auf uns wirft", sagte Obama in seiner Rede. Aber er wehre sich gegen Darstellungen, wonach sich im Laufe der Zeit nicht viel geändert habe.

"Was in Ferguson geschehen ist, mag kein Einzelfall sein", erklärte Obama. "Aber es ist nicht mehr typisch oder sanktioniert von Gesetzen und Gewohnheit, wie es zweifellos vor der Bürgerrechtsbewegung der Fall war." In weiten Strecken der Rede richtete sich der Präsident an die junge Generation. Er rief sie auf, das Werk der Demonstranten von Selma fortzusetzen und schloss dabei ausdrücklich auch den Kampf für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt und bei der Bildung ein. Und, so schrieb er allen Zuhörern angesichts der notorisch niedrigen Wahlbeteiligung in den USA ins Stammbuch: "Es gibt keine Entschuldigung, nicht wählen zu gehen." (APA, 9.3.2015)

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Reportage: 50 Jahre Selma: Der schwarze Marsch ins Herzen Amerikas

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