IS-Terroristen ermorden eigene Kämpfer

9. März 2015, 14:28
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Nach Flucht vor Kämpfen - Kurden gehen bei Kirkuk gegen IS vor

Tikrit - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll 30 Anhänger getötet haben, weil sie vor Kämpfen mit der irakischen Armee geflohen sind. Augenzeugen berichteten am Montag, die Leichname seien nördlich der Stadt Tikrit verbrannt worden. Demnach hat der IS eine Spezialeinheit geschaffen, die geflohene Kämpfer verfolgen soll.

Die Extremisten hätten außerdem 20 junge Männer unter dem Vorwurf getötet, sie hätten für schiitische Milzen kämpfen wollen. Die irakische Armee und schiitische Milizen haben vor einer Woche eine Großoffensive gegen die sunnitischen IS-Extremisten begonnen, um die Provinzhauptstadt Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad zu befreien. Die Stadt liegt an einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt und der IS-Hochburg Mossul im Nordirak.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Montag zugleich, im Norden Syriens seien mindestens neun Menschen bei Gefechten zwischen IS-Anhängern und abtrünnigen IS-Kämpfern ums Leben gekommen. Eine Gruppe von zehn ausländischen Extremisten habe zuvor versucht, über die Türkei in ihre Heimatländer zurückzukehren. Neun von ihnen kamen demnach aus dem Westen.

Kurden rücken vor

Kurdische Kämpfer im Nordirak haben am Montag Stellungen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) vor der Stadt Kirkuk angegriffen. Unterstützt wurden sie dabei von Kampfflugzeugen der Anti-IS-Allianz unter Führung der USA. Im lokalen Fernsehen sagte der Gouverneur von Kirkuk, Nadschmaldin Karim, mit der Offensive sollten die IS-Kämpfer aus der Umgebung der Öl-Metropole vertrieben werden.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete vom Ort des Geschehens, kurdische Peschmerga-Kämpfer hätten die Stellungen der Islamisten unter Beschuss genommen. An mehreren Frontabschnitten westlich der Stadt erzielten sie Geländegewinne. In den Gebieten Mala Abdullah und Tel Ward eroberten die Peschmerga mehrere Dörfer. Auch in Charabarut, nordwestlich von Kirkuk, sei es zu heftigen Gefechten zwischen der Peschmerga und den IS-Kämpfern gekommen, berichtete ein Informant aus der Stadt.

Offensive vor Tikrit

Die Kurden hatten die Kontrolle über Kirkuk im August übernommen, nachdem die irakische Armee dem IS im Norden Iraks gewichen war. Die IS-Kämpfer waren bis auf 20 Kilometer an Kirkuk herangerückt. Die Stadt war daher ständig bedroht. Ende Jänner hatte der IS kurzzeitig einige Verteidigungsstellungen der Peschmerga vor Kirkuk überrannt.

In der Nähe der Stadt Tikrit kommt außerdem eine Offensive der irakischen Armee Militärangaben zufolge voran. Soldaten und schiitische Milizen hätten am Sonntag das Zentrum des Ortes Al-Dur in unmittelbarer Nähe von Tikrit eingenommen, teilten Kommandeure mit. Die Rückeroberung Tikrits ist ein wichtiges Etappenziel in der bisher größten Offensive gegen den IS. (APA/Reuters, 9.3.2015)

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