Die Hüter des Radsports spielten mit

9. März 2015, 20:43
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Der internationale Radsportverband UCI hat Lance Armstrong davor geschützt, des Dopings überführt zu werden. Im Bericht der unabhängigen Kommission CIRC werden die Ex-Verbandspräsidenten Hein Verbruggen und Pat McQuaid schwer belastet

Aigle - Ein Untersuchungsbericht hat schwere Versäumnisse des Radsport-Weltverbands (UCI) im Anti-Doping-Kampf festgestellt und wirft der früheren Führung eine Verzugsbehandlung des überführten Lance Armstrong vor. Es gebe zahlreiche Beispiele, dass das US-Ass von der UCI "verteidigt" oder "beschützt" worden sei, heißt es in dem 227-seitigen Report der unabhängigen Untersuchungskommission CIRC am Montag.

Diese war von der UCI im Jänner 2014 eingesetzt worden. Der Weltverband hatte Armstrong vor gut zwei Jahren wegen Dopingvergehen u.a. seine sieben zwischen 1999 und 2005 gewonnenen Titel bei der Tour de France aberkannt. "Die UCI befreite Lance Armstrong von Regeln, verpasste es ihn trotz Verdächtigungen gezielt zu testen und unterstützte ihn öffentlich gegen Dopinganschuldigungen", analysierte die Kommission nun.

"Der Kampf gegen Doping ist noch lange nicht gewonnen."

Allerdings seien keine Belege gefunden worden, dass der 43-Jährige für eine mögliche Vertuschung von positiven Tests an die UCI gezahlt habe. Die umstrittenen Vorgänger des heutigen UCI-Präsidenten Brian Cookson, der Ire Pat McQuaid und der Niederländer Hein Verbruggen, hatten sich bereits zuvor gegen die Vorwürfe verteidigt. Auch für den heutigen Radsport sieht die CIRC aber noch Probleme: "Der Kampf gegen Doping ist noch lange nicht gewonnen."

CIRC (Cycling Independent Reform Commission) soll im Wesentlichen sie die Doping-Vergangenheit zwischen 1998 und 2013 untersuchen. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen dann auch Änderungsvorschläge gemacht werden. Die Kommission hat viele Zeugen befragt. Auch der lebenslang gesperrte Ex-Radstar Lance Armstrong hatte ausgesagt. Das Gremium hat die Möglichkeit, reduzierte Sperren bei entsprechenden Zeugenaussagen auszusprechen. (sid, red, DER STDANDARD, 10.3.3015)

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