Bezahlen, was alle lesen können: "taz" setzt auf freiwilliges Online-Abo

9. März 2015, 07:12
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"Sie machen es möglich, den wirklich unabhängigen Journalismus der taz offensiv zu verbreiten"

Berlin/Wien - Die linksalternative deutsche "tageszeitung", kurz "taz", sucht 20.000 zahlende Abonnenten für ihr Onlineportal taz.de - das dennoch frei zugänglich bleiben soll. Bisher setzte das Portal der genossenschaftlich organisierten Tageszeitung auf Spenden. Fünf Euro im Monat kostet das freiwillige Abo.

Die Zeitung widmet Montag vier Seiten dem Bezahlmodell für ihre digitalen Inhalten. Auf taz.de wies sie Montagfrüh mehr als 1500 Zahler aus- wohl Spender nach bisherigem taz.de-Modell.

"Zeitung ist kein Luxus"

"Eine Zeitung ist kein Luxus, sondern Grundlage demokratischer Auseinandersetzungskultur", begründet die Zeitung ihren Schritt: "Aber sie auf Papier zu drucken, wird immer teurer. In der digitalen Moderne wird der unabhängige Journalismus seinen Platz im Netz finden. Auch dort braucht eine gute Recherche Zeit und muss angemessen bezahlt werden."

"Setzen weiter auf Wahlfreiheit"

Wahlfreiheit sei Teil des modernen Lebensgefühls, schreibt die Zeitung: "Wir setzen deshalb weiter auf Wahlfreiheit: Sie können taz.de abonnieren." Ein knappes Drittel der Printabonnenten Abonnenten zahle freiwillig einen Aufpreis für die gedruckte taz, damit die Zeitung für andere erschwinglich bleibe: "Dieser taz-Solidarpakt funktioniert seit über zwanzig Jahren. Wir wollen die taz auch in Zukunft im Netz frei verfügbar halten. Das funktioniert, wenn wir diese bei der gedruckten taz praktizierte Solidarität auf taz.de übertragen. Deshalb bieten wir ab sofort auch taz.de als Abo an."

"Persönliches Engagement für unabhängigen Journalismus"

Die "taz" appelliert an die Abonnenten, "sich sichtbar zu machen" und sich mit Namen, Adresse und E-Mail unter "taz.zahl ich" anzumelden: "Wir möchten mit Ihnen in Kontakt bleiben. Denn Sie machen es mit Ihrem persönlichen Engagement möglich, den wirklich unabhängigen Journalismus der taz offensiv zu verbreiten. Wir glauben an unabhängigen Journalismus und an persönliches Engagement." (red, derStandard.at, 9.3.2015)

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