Mehrere Verletzte bei Lawinenabgängen in Tirol

8. März 2015, 18:30
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Schneebretter hielten bei Lawinenwarnstufe "3" die Einsatzkräfte in Atem

Innsbruck/Imst/Landeck - Ungeachtet der Lawinenwarnstufe "3", also erheblicher Gefahr, hat es am Sonntag viele Wintersportler bei strahlendem Wetter und relativ milden Temperaturen in die Tiroler Berge gezogen. In der Folge hielten zahlreiche Lawinenabgänge die Einsatzkräfte in Atem. Mehrere Wintersportler wurden verletzt, ein 41-jähriger Deutscher schwer.

41-Jähriger schwer verletzt

Auf dem Weg vom Skigebiet "Tiefenbachferner" in das Venter Tal in den Ötztaler Alpen wurden am Sonntagvormittag eine dreiköpfige Skitourengruppe aus Bayern sowie ein Skiführer von einem Schneebrett erfasst. Dieses war zuvor bei der Abfahrt durch ein Gruppenmitglied ausgelöst worden. Ein 41-jähriger Deutscher sowie ein 43-jähriger Landsmann wurden mitgerissen. Der 43-Jährige konnte sich selbst befreien. Sein Kamerad wurde vom Skiführer ausgegraben und anschließend mit dem Rettungshubschrauber mit schweren Verletzungen in die Innsbrucker Klinik geflogen.

Wenig später wurde ein 47-jähriger Tiroler bei einer Skitour am Roßkogel in den Stubaier Alpen von einer selbstauslösenden Lawine mitgerissen und hüfttief verschüttet. Der Mann wurde nach Angaben der Exekutive von seiner Begleiterin aus dem Schnee befreit. Er wurde mit Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Zams geflogen.

In der Verwallgruppe bei St. Anton am Arlberg geriet ebenfalls ein Wintersportler unter eine Lawine. Er wurde mit Verletzungen in eine Sportklinik nach St. Anton geflogen, teilte die Exekutive der APA mit.

Schneedecke verlor wegen Sonne an Festigkeit

Auch in der Grieskogelgruppe kam es zu Lawinenabgängen. Im Kühtai etwa wurde laut ORF Tirol eine Person von einem Schneebrett verschüttet. Sie konnte mit Schulterverletzungen geborgen werden.

Der Lawinenwarndienst Tirol hatte für den Sonntag vor Selbstauslösungen von Lockerschneelawinen und Schneebrettlawinen gewarnt. Aufgrund der Tageserwärmung und starker Sonneneinstrahlung verliere die Schneedecke schon in den Vormittagsstunden an Festigkeit, hatte es geheißen. Vor allem oberhalb von 2.000 Metern wurde das Risiko gebietsweise noch als erheblich eingestuft. (APA, 8.3.2015)

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