Teure Handytarife: Verwöhnte Vieltelefonierer

8. März 2015, 16:47
49 Postings

Ein klaglos funktionierendes Netz gibt es nicht zum Nulltarif

An den sich häufenden Beschwerden über die teuren Handytarife ist was dran. Die Kosten fürs Telefonieren sind in den letzten ein, zwei Jahren spürbar gestiegen. Da der Beginn dieses Kostenschubs in die gleiche Zeit fällt wie die Konsolidierung des österreichischen Mobilfunkmarktes von vier auf drei Anbieter (die Fusion von "3" mit Orange), wird die Teuerung vielfach mit dem schwächeren Wettbewerb erklärt.

Auch das wird wahrscheinlich stimmen. Seit dem Wegfall eines vierten Anbieters ist es auf dem kleinen österreichischen Markt für die verbliebenen Anbieter viel kommoder. Störend ist da nur, dass seit kurzem mit virtuellen Anbietern, die kein eigenes Netz haben, sondern sich nur woanders einmieten, neue Player à la HoT auf den Markt drängen.

Der durchaus verständliche Aufschrei der Konsumenten muss schon auch ein bisschen relativiert werden. Der österreichische Mobiltelefonierer ist ziemlich verwöhnt. Der Kunde will billige Tarife und ein geschenktes oder schwer subventioniertes Telefon dazu. Und das Netz muss überall klaglos funktionieren.

Das kostet natürlich viel Geld. Wenn dann noch die EU-Kommission mit Ideen dazukommt wie der, dass für das Roamen innerhalb der EU keine Gebühren verlangt werden dürfen, können einem die Mobilfunkbetreiber fast leidtun. Aber nur fast. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 9.3.2015)

Share if you care.