OSZE sorgt sich um Medienfreiheit auf der Krim

8. März 2015, 15:57
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Mijatovic: "Andauernde Zerschlagung freier Medien und das Vorgehen gegen unabhängige und kritische Stimmen sind zutiefst beunruhigend und besorgniserregend"

Wien - Ein Jahr nach der Annexion der Krim durch Russland hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine deutliche Verschlechterung der Pressefreiheit auf der Schwarzmeer-Halbinsel beklagt. "Die andauernde Zerschlagung freier Medien auf der Krim und das Vorgehen gegen unabhängige und kritische Stimmen sind zutiefst beunruhigend und besorgniserregend".

Dies erklärte die OSZE-Medienbeauftragte Dunja Mijatovic am Samstag. Die Wahrheit sei immer das erste Opfer einer Krise - auf der Krim treffe dies "mit Sicherheit" zu.

Angriffe und Überfälle auf Journalisten

Auf der Krim seien alle ukrainischen Fernsehsender abgeschaltet worden und durch russische Sender ersetzt worden, erklärte Mijatovic, die die Krim unmittelbar nach der Annexion im März 2014 besucht hatte. Mindestens 13 Journalisten und Blogger seien "bedroht, angegriffen, überfallen, an der Einreise gehindert, verhört und entführt" worden. Außerdem sei ihre Ausrüstung beschlagnahmt oder beschädigt worden. Die Büros von mindestens sechs Medienunternehmen oder Nichtregierungsorganisationen seien durchsucht worden.

Besonders von Zensur, Razzien und Festnahmen sind nach Angaben der OSZE die Medien der Minderheit der Tataren betroffen. Mijatovic appellierte an alle Verantwortlichen, "die Medienzensur einzustellen und die Sicherheit von Journalisten zu gewährleisten". Im Zuge der Ukraine-Krise hatte Russland die Schwarzmeer-Halbinsel Krim vor einem Jahr annektiert. (APA, 8.3.2015)

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