Malaysia will weiter nach MH370-Wrack suchen

8. März 2015, 07:38
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Ein Jahr nach dem Verschwinden der Boeing tappen die Behörden immer noch im Dunkeln, was zur Katastrophe geführt haben könnte

Kuala Lumpur - Am Jahrestag des mysteriösen Verschwindens von Flug MH370 legt Malaysia an diesem Sonntag einen neuen Zwischenbericht zu den Ermittlungen veröffentlichen. Die Freigabe hatte sich aus unbekannten Gründen um einen Tag verzögert. Sie war zunächst für Samstag angekündigt gewesen.

Die Boeing 777 war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden, seitdem fehlt von ihr und den 239 Insassen jede Spur. Etwa zwei Drittel der Passagiere stammten aus China. Satellitenauswertungen legen nahe, dass die Maschine stundenlang nach Süden flog und westlich von Australien in den Indischen Ozean stürzte.

Neue Erkenntnisse bleiben aus

Der Ermittlungsbericht selbst bringt kein neues Licht in das rätselhafte Verschwinden der Passagiermaschine. Es gebe keine Anzeichen für ein auffälliges Verhalten der Besatzung oder einen möglichen Alkohol- oder Drogenmissbrauch beim Kapitän, seinem Co-Piloten oder anderen Crewmitgliedern, heißt es in der am Sonntag veröffentlichten Untersuchung.

Die vorliegenden Daten deuteten auch nicht auf technische Probleme der Boeing 777 hin. Die Passagiermaschine war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden, seitdem fehlt von ihr jede Spur. Derzeit suchen vier Schiffe mithilfe eines ausgefeilten Echolot-Systems den Meeresboden im südlichen Indischen Ozean ab. Das 60.000 Quadratkilometer große Gebiet soll bis Mai durchkämmt werden. Die Hinterbliebenen erinnerten zum Jahrestag des Unglücks am Sonntag in Peking und Kuala Lumpur an die vermissten Verwandten.

Pilot trifft offenbar keine Schuld

Eine immer wieder diskutierte Selbsttötungsabsicht des Piloten schließt die Behörde in ihrem Zwischenbericht zudem quasi aus: Die Behörde hielt in dem mehr als 500 Seiten starken Untersuchungsdokument fest: "Es sind keine Episoden von Apathie, Angst oder Reizbarkeit bekannt. Der Pilot gab weder Anzeichen von Verhaltensänderungen, noch sozialer Isolation, neuen Interessen oder Selbstvernachlässigung, und keinen Drogen- oder Alkoholmissbrauch bei dem Piloten, dem ersten Offizier oder anderen Crew-Mitgliedern."

Die Experten hätten keine Hinweise gefunden, die nahe legen würden, dass die Batterie rechtzeitig ausgetauscht worden wäre. Obwohl die Stromquelle vermutlich über das Ablaufdatum hinaus funktionieren hätte können, gebe es keine Garantie für ihre Funktionstüchtigkeit oder dafür, dass sie über die vorgeschriebene Frist von mindestens 30 Tagen nach einem Absturz betriebsfähig geblieben wäre. Die Batterie der anderen sogenannten Blackbox, der Stimmenrekorder im Cockpit, sei hingegen planmäßig ausgetauscht worden und innerhalb des Ablaufdatums gewesen, berichtete CNN.

Großes Sicherheitsaufgebot bei Trauerkundgebungen

Angehörige des Fluges MH370 haben unterdessen in der chinesischen Hauptstadt Peking an die vermissten Passagiere erinnert. Vor dem Lama-Tempel versammelten sich am Sonntag etwa 30 Hinterbliebene.

"Wir wollten eigentlich zur (malaysischen) Botschaft oder zum Flughafen gehen, aber ich habe von einem riesigen Polizeiaufgebot gehört, vor allem vor der Botschaft", sagte Steven Wang, ein inoffizieller Sprecher der Angehörigen, dessen Mutter an Bord des verschollenen Flugzeugs war. Einige seiner Mitstreiter trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Betet für MH370" oder "Sucht weiter nach MH370".

Die chinesischen Behörden hatten keine Genehmigung für eine offizielle Gedenkfeier erteilt. Mit einem großen Sicherheitsaufgebot sollten offenbar größere Menschenansammlungen verhindert werden. Die Straße vor der Botschaft Malaysias wurde am Sonntag von dutzenden Polizisten abgeriegelt.

Auch in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur wollten Angehörige am Sonntag zu einer Gedenkfeier zusammenkommen. Malaysia Airlines organisiert zudem eine Zeremonie für Mitarbeiter und die Familien der vermissten Flugzeugbesatzung. (APA, 8.3.2015)

  • Ein Jahr nach dem Absturz einer Maschine der Malaysia Airlines wissen die Angehörigen der Passagiere immer noch nichts Genaues über deren Schicksal.
    foto: apa/epa/fazry ismail

    Ein Jahr nach dem Absturz einer Maschine der Malaysia Airlines wissen die Angehörigen der Passagiere immer noch nichts Genaues über deren Schicksal.

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