"Jihadi Johns" Begleiter soll Marcel heißen

7. März 2015, 21:28
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Konvertit stammt angeblich aus Düsseldorf

Hamburg - Die deutschen Sicherheitsbehörden haben laut einem "Spiegel"-Bericht einen Gefährten des weltweit gesuchten "Jihadi John" identifiziert. Nach Recherchen des Hamburger Nachrichtenmagazins und der britischen Zeitung "Mail on Sunday" handelt es sich bei dem Begleiter um den deutschen Staatsbürger Marcel S. aus Düsseldorf, der den deutschen Behörden seit Jahren als radikaler Konvertit bekannt sei.

"Jihadi John" alias Mohammed Emwazi ist in den vergangenen Monaten durch mehrere Enthauptungs-Videos der Jihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) bekannt geworden. Dem "Spiegel" zufolge habe Marcel S. das heutige IS-Mitglied "Jihadi John" im Mai 2009 bei einer Reise nach Tansania begleitet.

Dort seien die Männer, die von einem weiteren Freund begleitet worden seien, am 22. Mai 2009 am Flughafen aufgehalten worden. Die Behörden verweigerten ihnen dem Bericht zufolge die Einreise und schoben die Männer nach London ab. Damals sei angenommen worden, dass die drei Männer nach Somalia reisen und sich dort der radikal-islamistischen Shabaab-Miliz anschließen wollten.

Spätestens seit der versuchten Tansania-Reise sei Marcel S. im Visier deutscher, aber auch französischer Sicherheitsbehörden, heißt es in dem Bericht. Die Franzosen ließen den Düsseldorfer demnach 2009 im Schengen-Raum zur verdeckten Fahndung ausschreiben. Den deutschen Strafverfolgern sei S. im September 2013 ins Netz gegangen. Auf der Rückreise aus Kairo sei er am Frankfurter Flughafen mit einem gefälschten französischen Personalausweis und einem gefälschten Führerschein erwischt worden, die in seine Jacke eingenäht gewesen seien.

Seit einer Verurteilung im Herbst 2014 wegen der gefälschten Papiere hält sich Marcel S. laut "Spiegel" wieder in Düsseldorf auf. Er behauptete demnach in einem kurzen Gespräch mit dem Magazin, er habe sich von der islamistischen Szene in Deutschland abgewandt. "Ich habe mit dem ganzen Zeug nichts mehr zu tun", sagte der heute 29-Jährige demnach. An seinen ehemaligen Reisebegleiter "Jihadi John" erinnerte sich S. nach eigenen Angaben nicht mehr.

Mehrere britische und US-Medien hatten Ende Februar den Mann mit dem britischen Akzent identifiziert, der "Jihadi John" genannt wird und mehrere westliche Geiseln enthauptet haben soll. Der gebürtige Kuwaiter Mohammed Emwazi soll in West-London aufgewachsen sein. Sein Vater Jassem Emwazi hatte in einem Interview zunächst gesagt, er habe seinen Sohn auf den Videos an der Stimme erkannt. Am Mittwoch sagte er jedoch der Zeitung "Al-Kabas", nichts belege, dass sein Sohn wirklich "Jihadi John" sei. (APA, 7.3.2015)

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