US-Polizist erschießt 19-jährigen Afroamerikaner

7. März 2015, 17:51
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Medienberichten zufolge war Tony Robinson nicht bewaffnet

Madison (Wisconsin) - Während in Selma des "Blutigen Sonntags" vor 50 Jahren gedacht wird, löst der Tod eines weiteren Afroamerikaners durch Polizeischüsse in den USA wieder Proteste aus.

Nach tödlichen Schüssen auf einen jungen Mannes demonstrierten in der US-Stadt Madison (Wisconsin) Dutzende Menschen gegen Polizeigewalt. Ein Beamter habe den 19-jährigen Tony Robinson in einer Wohnung erschossen, nachdem er von ihm attackiert worden sei, zitierte der Sender CNN den örtlichen Polizeichef Mike Koval.

Den Angaben zufolge hatte die Polizei am Freitagabend einen Hinweis erhalten, nach dem sich ein der Körperverletzung verdächtigter junger Mann in einer bestimmten Wohnung aufhalte. Bereits zuvor sei ein anderer Anruf eingegangen, demzufolge dieselbe Person zwischen fahrenden Autos hin- und herlaufe. Als ein Beamter die Wohnung aufgesucht habe, sei er von dem Mann angegriffen worden und habe geschossen. Medienberichten zufolge war Tony Robinson nicht bewaffnet.

Die US-Polizei ist in den vergangenen Monaten wiederholt wegen mutmaßlicher exzessiver Gewalt und Diskriminierung gegen Schwarze in die Schlagzeilen geraten. Erst vor wenigen Tagen hatte das Justizministerium notorische schwere Missstände im Umgang mit Afroamerikanern in Ferguson (Missouri) angeprangert. Hier war im Sommer 2014 der unbewaffnete schwarze Jugendliche Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden. Der Tod hatte schwere Proteste ausgelöst.

US-Präsident Barack Obama wollte am Samstag an einer Gedenkfeier anlässlich des 50. Jahrestages des "Blutigen Sonntages" in Selma (Alabama) teilnehmen. Dort war die Polizei am 7. März 1965 bei einem Protestmarsch gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen. Der Vorfall rüttelte Washington auf. Im August desselben Jahres wurde ein historisches Wahlrechtsgesetz in Kraft gesetzt. Millionen Schwarze konnten sich erstmals als Wähler registrieren lassen. (APA, 7.3.2015)

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