Obama kritisiert Ferguson wegen Schikanen gegen Schwarze

7. März 2015, 08:34
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Justizministerium berichtete von gezielten Diskriminierungen seitens der Polizei

Ferguson - US-Präsident Barack Obama hat scharfe Kritik an der Stadt Ferguson geäußert, wo es im vergangenen Jahr nach tödlichen Schüssen auf einen schwarzen Jugendlichen zu schweren Unruhen gekommen war. Obama sagte am Freitag, in der Kleinstadt im US-Staat Missouri sei es zu gewaltsamen und beleidigenden Aktionen gegen Afroamerikaner gekommen.

Er berief sich auf einen Bericht des US-Justizministeriums, in dem weißen Polizei- und Justizvertretern in Ferguson gezielte Schikanen vorgeworfen werden. Vornehmlich gegen afroamerikanische Bürger sollen demnach regelmäßig Bußgelder verhängt worden sein, um die Gemeindeeinnahmen zu erhöhen. Zudem sollen Polizeibeamte grundlos Verhaftungen vorgenommen haben und übertrieben Gewalt gegen Beschuldigte eingesetzt haben.

Drei Beamte müssen gehen

Der Bericht hatte zur Konsequenz, dass drei Behördenvertreter der Stadt ihre Posten räumen mussten. Fergusons Bürgermeister James Knowles kündigte zudem Reformen an, um die vom Ministerium geforderten Besserungen zu erreichen. Sollte kein Einvernehmen erzielt werden, hält US-Justizminister Eric Holder auch einen Umbau der dortigen Polizei für möglich.

Auslöser für die Untersuchungen des Ministeriums war der Tod eines 18-jährigen Schwarzen im August 2014. Ein weißer Polizist hatte den unbewaffneten Teenager nach einer Auseinandersetzung erschossen. Dies hatte landesweite Proteste ausgelöst. Der Polizist quittierte daraufhin den Dienst. Das Justizministerium sieht keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Anklage. Obama sagte, er unterstütze diese Entscheidung. (APA, 7.3.2015)

  • US-Präsident Barack Obama übt scharfe Kritik.
    foto: ap photo/jacquelyn martin, file

    US-Präsident Barack Obama übt scharfe Kritik.

  • <p>Nach dem Tod von Michael Brown, war es im vergangenen Jahr zu Protesten in Ferguson gekommen.</p>
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