Tunnelsicherheitspaket der Asfinag kostet 1,5 Milliarden

6. März 2015, 20:05
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Alle Röhren sollen auf neuesten Stand gebracht werden

Wien - 1,5 Milliarden Euro will die Asfinag in den nächsten Jahren in die Tunnelsicherheit investieren. Bis 2019 sollen 38 Tunnel und Tunnelketten auf Schnellstraßen und Autobahnen saniert oder neu gebaut werden, gab die Autobahnbetreibergesellschaft am Freitag bekannt. Ziel ist es, alle Röhren auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.

Österreichs Tunnel gehören laut Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ) schon jetzt zu den sichersten der Welt. Trotzdem gibt es noch zu viele Unfälle, wie Stöger einräumte. Für ihn stehe die Sicherheit der Autofahrer an erster Stelle. "Wenn es darum geht, ist jeder Euro gut angelegt."

Zweite Tunnelröhren

Den Großteil der Kosten des Pakets verursachen Neubauten zweiter Tunnelröhren. Diese werden beim Gleinalm-, Karawanken- und Perjentunnel sowie bei der Tunnelkette Klaus errichtet. Die Röhre des Bosrucktunnels ist bereits fertiggestellt.

Neben dem Bau der Zweitröhren rüstet die Asfinag bestehende Tunnel außerdem mit neuesten Sicherheitstechnologien aus. Künftig werden Thermoscanner zum Einsatz kommen, mit dessen Hilfe überhitzte Schwerfahrzeuge und Busse bereits vor der Einfahrt in die Röhre erkannt und zum Abkühlen aussortiert werden können. Solche haben sich bereits vor dem Karawankentunnel bewährt und dienen zur Vermeidung von Fahrzeugbränden im Tunnel. Des Weiteren soll das Akustiksystem AKUT mittels Mikrofonen unübliche Geräusche erkennen und sofort Alarm schlagen. Laut Asfinag können bei einem Unfall so bis zu zwei Minuten gewonnen werden.

Außerdem startet die Asfinag eine Informationskampagne, die die Autofahrer über das richtige Verhalten am Steuer aufklären soll. In den kommenden vier Wochen sollen alle Lenker sensibilisiert werden, vor der Einfahrt in und während der Fahrt durch den Tunnel sowie im Fall von Unfällen die wesentlichsten Verhaltensregeln zu beachten. Trotz aller technischen Maßnahmen liegt es laut Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), nämlich noch immer häufig an den Autofahrern selbst, dass Unglücke passieren. "44 Prozent der Unfälle werden durch einen zu geringen Sicherheitsabstand mit zu hoher Geschwindigkeit verursacht. Das ist ein tödlicher Cocktail. Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen." (APA, 6.3.2015)


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