Hoffnungsschimmer im Kampf gegen das Amphibiensterben

8. März 2015, 21:38
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Seit den 80er-Jahren rafft eine Epidemie Lurche weltweit hinweg – in Korea und Illinois ist der tödliche Chytridpilz mit den Tieren aber seit hundert Jahren im Gleichgewicht

Illinois/Seoul – Er löschte bereits mehr als 200 Amphibienarten aus und gilt als einer der Hauptgründe für das seit den 80er-Jahren grassierende Amphibiensterben: Der Chytridpilz ist die gefährlichste bekannte Seuche im Reich der Wirbeltiere. Trotzdem leben Lurchpopulationen in Illinois und Korea seit mehr als einem Jahrhundert mit dem Pilz, wie zwei neue Studien belegen.

Koexistenz seit 126 Jahren

Forscher aus Illinois fanden den Pilz, der auch als Batrachochytrium dendrobatidis bekannt ist, bei einem 126 Jahre alten Museumsexemplar eines Froschlurchs. Zeitgleich waren auch koreanische Wissenschafter der Tierseuche auf der Spur: Ihre älteste Probe des Chytridpilzes geht auf das Jahr 1911 zurück. Der Pilz trat damit früher auf als bisher angenommen, aber auch das heute beobachtete Massensterben blieb in diesen Regionen aus.

Die örtlichen Gegebenheiten scheinen sich positiv auf die Überlebenschancen der Tiere auszuwirken. Mit der Entdeckung wächst die Hoffnung, auch andernorts gute Bedingungen für das Überleben der Wirbeltiere schaffen zu können. (red, derStandard.at, 8.3.2015)

  • Amphibien in Illinois und Korea leben schon lange mit dem Chytridpilz.
    foto: apa/patrick pleul

    Amphibien in Illinois und Korea leben schon lange mit dem Chytridpilz.

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