Extremismusprävention im Unterricht

6. März 2015, 16:15
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Wiener Werkstatt will bei Deradikalisierung in der Jugendarbeit helfen und vernetzen

Wien - Sarah und Sadiya sind beide neun Jahre alt. Sie haben idente Noten, malen gerne und mögen Pferde. Der einzige Unterschied: Sadiya hat Migrationshintergrund. 512 Studierenden aus Bielefeld und Dresden wurden die fiktiven Geschichten der beiden Mädchen erzählt. 58 Prozent der Studierenden würden Sarah ins Gymnasium schicken - nur 42 Prozent Sadiya. "Klischees herrschen bei uns allen vor", sagt Religionswissenschafterin Regina Laudage-Kleeberg.

Bei der "Werkstatt Wien" - einer Veranstaltung der Magistratsabteilung für Integration und Diversität (MA 17) - sprach Laudage-Kleeberg über religiöse Vielfalt im Unterricht. Die frühe Sensibilisierung der Lehrenden darauf sei einer der besten Wege zur Extremismusprävention.

Bei der "Werkstatt Wien" tauschen sich die Organisationen des Wiener Netzwerks für Deradikalisierung und Prävention aus und vernetzen sich. "Die Fragen drehen sich vor allem um Identitäten von Jugendlichen", sagt Almir Ibric von der MA 17.

Von Jugendzentren weitergeleitet

Die meisten Probleme zu Radikalisierung würden von Jugendzentren weitergeleitet. "Viele Jugendliche, die noch nirgendwo angedockt haben, haben Probleme mit Radikalisierung", sagt Ibric. Schulabbrüche würden dies fördern. Daher sei es wichtig, Teenager im Bildungssystem zu halten. "Wir versuchen das aufzufangen." (ook, DER STANDARD, 7.3.2015)

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