Frauentag: Politik ist noch nicht am Ziel

6. März 2015, 15:41
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Im Zuge des 104. Frauentags sehen Politiker Aufholbedarf bei der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen

Wien – Die Frauenministerin der SPÖ Gabriele Heinisch-Hosek will nicht nur eine generelle Entlastung für kleinere und mittlere Einkommen erreichen – besonders will sie Frauen mit wenig Gehalt unterstützten. Sie stellte heute ihre Kampagne mit dem Motto: "Wir schau'n drauf, dass den Frauen genug im Börsel bleibt" vor. Auch ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm sieht noch Aufholbedarf. Sie pocht auf Lohngerechtigkeit: "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit." Frauenberufe hätten bislang nicht den Stellenwert in der Gesellschaft, den sie verdienen. Die FPÖ wiederum wies auf die Bedeutung der Frau als "Fundament der Familie" hin: "Dieser Aspekt muss endlich betont werden", forderte Familiensprecherin Anneliese Kitzmüller.

Internationale Allianz

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) erachtet Chancengleichheit für Frauen und Mädchen nicht als selbstverständlich: "Wir müssen die Menschenrechte von Frauen und Männern gleichermaßen stärken. Nur so können wir Entwicklung voranbringen und Perspektiven schaffen." Die Grünen wollen international im Kampf gegen Gewalt an Frauen zusammenrücken. Tanja Windbüchler von den Grünen bemängelt, dass es in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit: "Nur wenig Geld für frauenspezifische Projekte gibt."

Team Stronach: Frauenversteher

Als "unzureichend" bezeichnen die Neos Chancengleichheit in den Bereichen Arbeit und Soziales. Die Partei vermisst ein "ganzheitliches Konzept" in der Politik. Eine Angleichung des Frauenpensionsantrittsalters und ein verpflichtendes Pensionssplitting seien dringend notwendig. Die Neos üben aber auch Selbstkritik - und wollen künftig ohne Quote mehr Frauen auf ihren Listen haben. Von der parteiinternen Frauenpolitik überzeugt ist Waltraud Dietrich vom Team Stronach: "Wenn es eine politische Partei gibt, die die Anliegen der Frauen versteht, dann ist das das Team Stronach. Immerhin ist die Hälfte unserer Mandatarinnen weiblich". Dietrich sprach sich gegen eine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters aus. (APA, red)

  • Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek stellt ihre neue Kampagne vor: "Wir schau'n drauf, dass den Frauen genug im Börsel bleibt."
    foto: apa/georg hochmuth

    Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek stellt ihre neue Kampagne vor: "Wir schau'n drauf, dass den Frauen genug im Börsel bleibt."

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