Maus-Studie: Höhere Tumorraten durch elektromagnetische Felder

6. März 2015, 15:59
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Mobilfunkfelder verstärken die Ausbreitung bereits vorhandener Tumore - dies zeigt eine Studie an Mäusen

Elektromagnetische Strahlung fördert das Wachstum von Tumoren in Mäusen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern der Jacobs University im Auftrag des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz, die heute veröffentlicht wurde.

Die Daten der Wissenschaftler aus Bremen bestätigen nicht nur eine Pilot-Studie des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) aus dem Jahr 2010, sondern erweitern die bisherigen Erkenntnisse um zwei wichtige Ergebnisse.

Erhöhte Tumorraten

In einer Studie an Mäusen (n=476) konnten der Biologe Alexander Lerchl und sein Team nachweisen, dass durch krebserregende Substanzen verursachte Tumorraten deutlich erhöht sind, wenn die Tiere lebenslang elektromagnetischen Feldern ausgesetzt wurden, wie sie etwa Mobiltelefone erzeugen.

So entwickelten die Mäuse, die mit 0,04 Watt pro Kilogramm Körpergewicht bestrahlt wurden, doppelt so häufig an Leberkrebs wie die nicht bestrahlten: 28 Tiere erkrankten daran - dagegen nur 13 aus einem gleich großen Sample, das nicht bestrahlt wurde. Auch an (gutartigen) Adenomen in der Lunge erkrankten die bestrahlten Mäuse doppelt so oft (43 vs. 22 Tiere).

"Die vom Fraunhofer-Institut 2010 entdeckten Effekte auf Tumore der Leber und der Lunge wurden vollauf bestätigt", sagt Lerchl, der die Untersuchung gemeinsam mit Kollegen der Jacobs University und der Universität Wuppertal durchgeführt hat. "Außerdem haben wir eine signifikant höhere Rate von Lymphomen festgestellt", erläutert der Wissenschaftler die neuen Ergebnisse.

Strahlung nicht die Ursache

Zudem seien einige der Effekte auch bei Feldstärken unterhalb der bestehenden Grenzwerte gefunden worden.Alexander Lerchl deutet die aktuellen Befunde allerdings nicht als Beleg dafür, dass durch Handynutzung Krebs verursacht wird.

"Unsere Studie zeigt, dass Mobilfunkfelder die Ausbreitung bereits vorhandener Tumore verstärken. Für die Annahme, dass sie Krebs verursachen können, gibt es hingegen bislang keine Hinweise", betont der Biologe, der bereits zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zu dieser Thematik veröffentlicht hat.

Zusätzliche Forschungsprojekte seien notwendig, um die Ursachen der neuen Befunde abzuklären. "Wir können die beschriebenen Effekte eindeutig nachweisen. Nun müssen weitere Untersuchungen die Wirkmechanismen aufklären", so Lerchl. (red, derStandard.at, 6.3.2015)

  • "Unsere Studie zeigt, dass Mobilfunkfelder die Ausbreitung bereits vorhandener Tumore verstärken", sagt Studienleiter Alexander Lerchl.
    foto: wikipedia/aaron logan/(CC-Lizenz)

    "Unsere Studie zeigt, dass Mobilfunkfelder die Ausbreitung bereits vorhandener Tumore verstärken", sagt Studienleiter Alexander Lerchl.

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