Konkurrenzkampf im Spitzensegment

6. März 2015, 17:16
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Sotheby's legte die Bilanz für 2014 vor und liegt deutlich hinter Christie's

Seit Montag dieser Woche ist es Gewissheit, gemessen an den 2014 weltweit erwirtschafteten Umsätzen blieb Sotheby's mit 6,7 Milliarden Dollar (+ 6 %) deutlich hinter den beim Mitbewerb eingespielten 8,4 Milliarden (+12 %) zurück. Nur: Christie's gewährt keinen Detailblick in die Bilanz, nämlich auf den tatsächlichen Profit. Denn wachsende Umsätze sind längst kein Garant für steigende Nettogewinne. Im Gegenteil, wie Sotheby's als börsennotiertes Unternehmen öffentlich darlegt: Im Vergleich zu 2013 (130 Mio.) ging das Nettoeinkommen um neun Prozent auf 118 Millionen Dollar zurück.

Die zwei größten Kostenfaktoren bei Sotheby's: der über Aktionäre angeheizte Dauerkrieg im Aufsichtsrat, der mit stolzen 21,4 Millionen Dollar - 7,6 Millionen davon "CEO-Trennungskosten" (Bill Ruprecht) - zu Buche schlug; und der Konkurrenzkampf im Spitzensegment, der immer stärker auf die Margen drückt. Obwohl bei Sotheby's der Umsatz im Auktionsbereich auf den vorläufigen Höchstwert von 6,1 Milliarden Dollar (+19 %) stieg, schrumpfte zeitgleich der Erlös aus den Gebühren auf 14,7 Prozent (ggb. 15,9 % in 2013).

Mit Wirkung zum 1. Februar 2015 hat Sotheby's darauf nun insofern reagiert, als man die Käufergebühren erhöhte, konkret im lukrativen mittleren Preissegment von 100.000 (bis 200.000 Dollar 25 Prozent) bis drei Millionen Dollar (20 Prozent). Christie's plant dem Vernehmen nach keine Erhöhung der Gebühren bzw. Anpassung an den Mitbewerb. Einen deutlichen Vorsprung hat Christie's zwischenzeitlich bei den abseits der Öffentlichkeit stattfindenden Private Sales, und die Expansion mit neuen Ausstellungsräumen (in New York, Hongkong und Schanghai) machte sich bezahlt. 2014 stieg der Umsatz in diesem Segment auf 1,5 Milliarden Dollar (+26 % ggb. 2013). Und das erklärt wohl, warum Sotheby's seinen Vergleichswert nur auf explizite Anfrage verrät: Denn dort sank der Umsatz um stattliche 47 Prozent auf 624,5 Millionen Dollar. Noch 2013 lag dieser Wert bei 1,17 Milliarden. (kron, Album, DER STANDARD, 7./8.3.2015)

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