NSA-Affäre: Deutsche Bundesländer setzen umstrittene Computerfirma CSC vor die Tür

6. März 2015, 11:45
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In Österreich arbeitet CSC für die elektronische Krankenakte ELGA

Die Computerfirma CSC Deutschland Solutions GmbH wird die deutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt nicht mehr in IT-Fragen beraten. Eine Unternehmenssprecherin von Dataport, der gemeinsamen IT-Plattform der Länder, bestätigte NDR und Süddeutscher Zeitung, dass CSC die jüngste Ausschreibung über IT-Dienstleistungen im Wert von 15 Millionen Euro verloren hat.

In Österreich arbeitet CSC für die elektronische Krankenakte ELGA

Die Länder hatten ihre Vergaberichtlinien zuvor verschärft, um Unternehmen von öffentlichen Aufträgen auszuschließen, die vertrauliche Informationen an ausländische Nachrichtendienste weitergeben könnten. Der CSC-Konzern mit Hauptsitz in den USA gilt als einer der wichtigsten IT-Dienstleister der NSA. Ob dies der Grund dafür ist, dass sich CSC Deutschland in dem Verfahren nicht durchsetzen konnte, ist unklar.

In Österreich arbeitet CSC u.a. für die elektronische Krankenakte ELGA - der WebStandard berichtete.

2004 an der Entführung des Deutschen Khaled al-Masri beteiligt

CSC war im Zuge des NSA-Spähskandals aufgefallen, da Unternehmensteile an der Entwicklung von Spähprogrammen des US-Nachrichtendienstes beteiligt waren. Außerdem war eine Konzerntochter 2004 im Auftrag der CIA an der Entführung des Deutschen Khaled al-Masri beteiligt. Recherchen hatten im vergangenen Jahr offengelegt, dass die CSC Deutschland Solutions GmbH seit 1990 öffentliche Aufträge im Wert von mehr als 300 Millionen ausgeführt hat, auch in besonders sensiblen Bereichen. So arbeitete CSC etwa am elektronischen Waffenregister, an der Einführung der elektronischen Gerichtsakte und an der Umsetzung der Spähsoftware Staatstrojaner. (red, 6.3. 2015)

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