Mann in Taiwan wegen Messerattacke in U-Bahn zum Tod verurteilt

6. März 2015, 11:44
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Urteil wegen vierfachen Mordes und 22-fachen versuchten Mordes

Taipeh - Wegen einer tödlichen Messerattacke in der U-Bahn von Taipeh hat ein Gericht in Taiwan am Freitag den 22-jährigen Angreifer zum Tode verurteilt. Der ehemalige Student Cheng Chieh hatte am 21. Mai vergangenen Jahres wahllos auf Passagiere in der U-Bahn in der taiwanischen Hauptstadt eingestochen und dabei vier Menschen getötet und mehr als 20 weitere teils lebensgefährlich verletzt.

Das Gericht verurteilte ihn wegen vierfachen Mordes und wegen 22-fachen versuchten Mordes. Er soll durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Gegen das Urteil kann er in Berufung gehen. Cheng sei zum Tode verurteilt worden, "weil seine Absichten brutal und seine Straftaten ernst waren und er keine Reue gezeigt hat", sagte Gerichtssprecherin Lien Yu-chun. Mit dem Urteil folgten die Richter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese berief sich auf ein psychologisches Gutachten, nach dem Cheng zum Tatzeitpunkt keine psychischen Probleme hatte.

Eltern baten um Gnade

Der Täter hatte sich schuldig bekannt. Sogar seine Eltern forderten anfangs die Todesstrafe für ihren Sohn, weil dessen Tat "unverzeihlich" sei. Vor kurzem schrieben sie jedoch nach Angaben des Gerichts einen Brief an die Richter, in dem sie versprachen, ihren Sohn in der Zukunft bei einer Beratung zu begleiten, "wenn es noch eine Chance für ihn gibt".

Cheng hatte hunderte Menschen in Angst und Schrecken versetzt, als er mit einem langen Messer auf die Passagiere in der sonst als sicher geltenden U-Bahn von Taipeh einstach. Nach seinem Angriff floh er, konnte aber überwältigt werden. Im Verhör sagte Cheng, er habe schon als Kind über eine derartige Tat fantasiert. In Taiwan sitzen derzeit 48 Gefangene in der Todeszelle. (APA, 6.3.2015)

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