Anwalt erwartet keine Empfehlung für Rückgabe

6. März 2015, 09:02
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Alfred Noll vertritt eine Gruppe von Erben der Familie Lederer

Wien - Der Kunstrückgabebeirat entscheidet Freitagvormittag über die Zukunft des Beethovenfrieses von Gustav Klimt. Erwartet wird eine Empfehlung dafür, dass der Fries in Österreich bleibt. Momentan befindet er sich als Leihgabe der Galerie Belvedere in der Wiener Secession. Die Erben des Kunstsammlers Erich Lederer fordern seine Rückgabe an die Familie, obwohl Lederer den Fries 1973 an die Republik verkauft hat.

Der Wiener Anwalt Alfred Noll, der eine Gruppe von Erben der Familie Lederer vertritt, glaubt nicht, dass der Beirat die Rückgabe empfehlen wird, wie er im Ö1-"Morgenjournal" am Freitag sagte. Der Beirat hat zu prüfen, ob zwischen dem 1972 zustande gekommenen Ankauf des in der NS-Zeit beschlagnahmten Kunstwerks durch die Republik und einem zuvor ausgesprochenen Ausfuhrverbot ein enger Zusammenhang bestand.

Sieht der Beirat diesen Zusammenhang als erwiesen an, wird er dem Kulturminister die Rückgabe des 1902 geschaffenen, 34 Meter langen Wandfrieses, der als ein Hauptwerk des Wiener Jugendstils gilt, an die Erben empfehlen. Minister Josef Ostermayer (SPÖ) muss sich formal nicht an diese Empfehlung halten, seit der Verabschiedung des Kunstrückgabegesetzes 1998 wurde den Beiratsempfehlungen jedoch Folge geleistet. Zurückgegeben wurde etwa die von den Nationalsozialisten beschlagnahmte umfangreiche Sammlung Rothschild ebenso wie berühmte Klimt-Bilder aus der Sammlung Bloch-Bauer, darunter die "Goldene Adele". (APA, red, 6.3.2015)

  • Ein Teil des Beethovenfrieses von Gustav Klimt.
    foto: apa/schlager

    Ein Teil des Beethovenfrieses von Gustav Klimt.

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