Vorarlberger Quartiergeber kritisieren Asylverfahren

5. März 2015, 16:36
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Die Abschiebung ins Erstaufnahmeland Bulgarien sei Flüchtlingen nicht zumutbar, kritisieren Menschen in Vorarlberg, die Flüchtlinge aufgenommen haben

Bregenz – Vorarlberger Quartiergeber von Flüchtlingen appellieren an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Menschen nicht in Erstaufnahmeländer wie Bulgarien zurückzuschicken: "Sie haben dort grauenhafte menschenunwürdige Erfahrungen gemacht", heißt es in einem Brief an die Ministerin.

Mikl-Leitner sagt am Donnerstag zum Arbeitsgespräch mit Landeshauptmann Markus Wallner (VP) in Bregenz: "Ich kann diese Quartiergeber verstehen, man baut ja eine Beziehung, einen Kontakt zu den Menschen auf. Aber man muss auch verstehen, dass wir uns an vereinbarte Spielregeln halten müssen, dazu gehört das Dublin-Abkommen." Sie wäre aber bereit, auf die Einhaltung von Dublin (Asylverfahren im Land der Einreise) zu verzichten, würde es einen Quotenschlüssel für alle EU-Staaten geben. Noch sei aber Fakt, dass zehn EU-Staaten 92 Prozent aller Asylverfahren abdecken. Momentan gebe es in Österreich keinen Spielraum, sagte Mikl-Leitner. (Jutta Berger, DER STANDARD, 6.3.2015)

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