Ratten erschnüffeln in Tansania Minen

5. März 2015, 14:42
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Anders als Hunde überleben die leichten Nager meist, wenn sie Sprengstoff finden

Die große Ratte kratzt aufgeregt mit einer Vorderpfote im sandigen Boden: Mit dem akustischen Signal zeigt der Nager, dass er explosives TNT riecht. Die NGO Apopo trainiert in Tansania Minensuchratten, um weltweit von Minen verseuchte Gebiete wieder bewohnbar zu machen. Hunde überleben es selten, wenn sie auf eine Mine treffen, Ratten haben einen Vorteil wegen ihres geringen Gewichts und können daher viele Jahre im Einsatz bleiben.

Für den Einsatz werden hauptsächlich Afrikanische Riesenhamsterratten trainiert, die wie alle Ratten einen sensiblen Geruchssinn haben und intelligent sind. Zudem zeichnen sie sich durch ein ruhiges Gemüt aus.

foto: reuters/emmanuel kwitema
Die Ratten werden an Leinen und Schnüren auf die minenverseuchten Felder gelassen.

Die Tiere lernen innerhalb der ersten Lebenswochen, zwischen prägnanten Gerüchen wie Kaffee und Tee den Sprengstoff zu erschnüffeln. Rund 110 Millionen sogenannte Antipersonenminen, einzig dafür gebaut um Menschen zu verstümmeln oder zu töten, sind noch im Boden vergraben.

Bei der Abschlussprüfung, die von unabhängigen Prüfern abgenommen werden, dürfen die Tiere höchstens zwei Fehler machen. Zertifizierte Ratten werden auch in andere Länder wie Mosambik und Thailand exportiert.

foto: reuters/emmanuel kwitema
Die Nager eignen sich wegen ihres ausgezeichneten Geruchssinn.

Seit 1999 ist die Ottawa-Konvention zum Verbot von Landminen in Kraft. Seither wurden Produktion und Handel gestoppt, mehr als 40 Millionen gelagerte Minen wurden vernichtet. Dennoch sterben laut Informationen der Vereinten Nationen noch immer jedes Jahr 15.000 Menschen an den Restbeständen im Boden. Bei 80 Prozent der Opfer handelt es sich um Zivilisten. (Julia Schilly, derStandard.at, 5.3.2015)

foto: reuters/emmanuel kwitema
Nicht stören: Lebensretter im Einsatz.
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