World Press Photo: Fotograf muss Auszeichnung zurückgeben

5. März 2015, 13:10
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Manipulationsskandal beim Wettbewerb um Pressefotos des Jahres - Italienischer Fotograf wurde für Serie über die belgische Industriestadt Charleroi ausgezeichnet

Brüssel - Die Organisatoren der renommierten World Press Photo Awards haben ihre Auszeichnung für eine Foto-Serie über die belgische Industriestadt Charleroi zurückgezogen. Dem italienischen Fotografen Giovanni Troilo werde sein erster Preis in der Kategorie Zeitgenössische Themen wegen "irreführender Angaben" und einem Verstoß gegen die Teilnahmebedingungen aberkannt, teilten die Organisatoren mit.

Troilo habe eingeräumt, eines der Bilder gar nicht in Charleroi aufgenommen zu haben, teilten sie am Donnerstag mit. Troilo hatte mit seiner Fotostrecke "Das dunkle Herz Europas" in Charleroi für große Empörung gesorgt. Bürgermeister Paul Magnette warf dem Fotografen eine "Verzerrung der Realität" vor.

Gestelle Fotos

Troilo wurde unter anderem vorgeworfen, mehrere Fotos gestellt zu haben. Auf einem Bild, das ein Paar beim Sex in einem Auto zeigt, ist etwa sein eigener Cousin zu sehen. Die Organisatoren des Wettbewerbs machten Troilo nun besonders zum Vorwurf, dass er ein Foto nicht in Charleroi, sondern im Brüsseler Stadtteil Molenbeek aufgenommen hatte.

Die World Press Photo Awards sind die begehrtesten Fotojournalismus-Preise der Welt. Zum Pressefoto des Jahres 2014 war im Februar die intime Aufnahme eines schwulen, russischen Paares gekürt worden. Der Däne Mads Nissen fotografierte für sein Siegerfoto "Jon und Alex" die beiden schwulen Männer in einem Zimmer in St. Petersburg. (APA, 5.3.2015)

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