Wiener Drogenclan: Lieferant wieder auf freiem Fuß

5. März 2015, 12:26
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Autohändler versprach Kontaktverbot und Drogentherapie - Familienmitglieder in U-Haft genommen

Wien - Der mutmaßliche Lieferant des in der vergangenen Woche festgenommen Wiener Drogen-Clans ist bereits wieder auf freiem Fuß. Der 44-jährige Autohändler bekam vom Gericht die Weisung, mit der Familie und Abnehmern keinen Kontakt mehr zu unterhalten und eine Drogentherapie zu beginnen. Der suchtmittelabhängige Mann befindet sich seit Freitag auf freiem Fuß, sagte sein Anwalt Philipp Wolm der APA.

Alle anderen Verdächtigen, darunter ein Ehepaar und ihre Kinder, waren am Donnerstag weiter in U-Haft. Dem Clan, der sich selbst "La Familia" nannte, wird vorgeworfen, einen groß angelegten Handel mit Kokain, Amphetaminen und Marihuana betrieben zu haben. Das von Anwalt Christian Werner verteidigte Ehepaar habe sich bei der Polizei kooperativ gezeigt, sagte er. Die beiden sind laut Werner bisher unbescholten, aber drogenabhängig.

Teilzeitjob

Der nun enthaftete 44-jährige Autohändler aus Niederösterreich gilt bei der Polizei als einer der Lieferanten. Er soll regelmäßig in das benachbarte Ausland gefahren sein und die Drogen nach Österreich geschmuggelt haben. Danach traf er sich in Niederösterreich mit dem 43-jährigen Familienvater, der die Drogen in Empfang nahm und sie zum Teil selbst weiterverkauft oder seinen Familienmitglieder zum Handel überlassen haben soll. Bei dem 44-Jährigen fand man bei einer Hausdurchsuchung 1,5 Kilogramm Haschisch sowie 50 Gramm Kokain in der Spüle, daraufhin wurde er festgenommen.

Der 43-jährige Vater des Clans, Angestellter und Teilhaber einer Autowerkstatt, soll nur bis mittags gearbeitet haben und anschließend seinen Drogengeschäften nachgegangen sein. Unterstützt wurde er laut Anzeige von seiner Ehefrau, die als Teilzeitbeschäftigte in einem Geschäft arbeitete. Sie soll auch das durch den Drogenhandel eingenommene Geld verwaltet haben. Die 22-jährige Tochter und ihre 19-jährigen Zwillingsbrüder, die ebenfalls gedealt haben sollen, führten wie die Eltern einen aufwendigen Lebensstil. (APA, 5.3.2015)

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