IS-Miliz setzt Ölfeld nahe Tikrit in Brand

5. März 2015, 12:30
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USA warnen vor Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten bei Großoffensive

Washington/Bagdad - Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat Zeugen zufolge ein Ölfeld nahe Tikrit in Brand gesetzt, um die Offensive von Regierungseinheiten zu stoppen. Auf dem im Juni von der IS eingenommenen Ölfeld Ajil stünden mehrere Quellen in Flammen, berichteten Augenzeugen und ein Militärangehöriger am Donnerstag.

Damit sollten Luftangriffe irakischer Einheiten verhindert werden, die zu Wochenbeginn einen Großeinsatz gegen die Extremisten begonnen hatten. Bevor die IS das Ölfeld unter ihre Kontrolle gebracht hatte, waren dort täglich 25.000 Barrel Öl gefördert worden. Unter der Miliz ist die Förderung eingebrochen.

Ajil liegt rund 35 Kilometer nordöstlich von Tikrit. Die Jihadisten haben im vergangenen Jahr weite Teile des Nordirak und ein Drittel des benachbarten Syrien eingenommen.

USA warnen vor Spannungen

Die USA warnten unterdessen vor Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten bei der Offensive zur Rückeroberung von Tikrit. "Dieser Einsatz darf nicht unter dem Deckmantel sektiererischer Vergeltung stehen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, am Mittwoch. Das gefährde nicht nur die Struktur des Landes, sondern schwäche auch die Schlagkraft der Iraker. Da an der Offensive zur Rückeroberung Tikrits auch schiitische Milizen und der Iran beteiligt sind, gibt es Befürchtungen, die mehrheitlich sunnitische Stadt könnte zum Schauplatz von Racheaktionen werden. Das war bei früheren Angriffen bereits der Fall.

An der Offensive ist ein Bündnis aus irakischen Regierungstruppen, schiitischen Milizen, Freiwilligenverbänden und dem Iran beteiligt. US-Truppen beteiligen sich nicht daran. Earnest betonte, dass die USA von Anfang an klargestellt hätten, militärisch nicht mit dem Iran zusammenzuarbeiten. US-Vizepräsident Joe Biden begrüßte laut Weißem Haus am Mittwoch in einem Gespräch mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi dessen Bekenntnis, dass alle bewaffneten Gruppen unter Kontrolle des Staates stünden. (APA, 5.3.2015)

  • Rauchwolken ziehen Richtung irakische Armee.
    foto: reuters/stringer

    Rauchwolken ziehen Richtung irakische Armee.

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