Europas Staatsoberhäupter sollen Gürtel enger schnallen

Ansichtssache5. März 2015, 08:28
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Madrid/Wien - Spaniens König Felipe VI. will das Königshaus wieder zu einem moralischen Vorbild machen. Nach dem Skandal um die Elefantenjagd seines Vaters Juan Carlos und nach der Anklage gegen seinen Schwager Inaki Urdangarin soll die Monarchie bei den Spaniern wieder populär werden. Der 47-Jährige kürzte sich deshalb selbst das Gehalt, reduzierte die Ausgaben fürs Protokoll und strich seinen Schwestern Elena (51) und Cristina (49) die Zuwendungen aus der Staatskasse.

Damit wollte der König den unter Krise und Arbeitslosigkeit leidenden Spaniern deutlich machen, dass in Zeiten knapper Finanzen auch das Königshaus sich einschränken muss. Spanien ist kein Einzelfall. In anderen europäischen Ländern müssen Monarchen und Staatspräsidenten ebenfalls mit weniger Geld auskommen. Dies gilt allerdings nicht für den gesamten Kontinent. Einige Staatsoberhäupter wie zum Beispiel der deutsche Bundespräsident oder die Monarchen in Skandinavien sind von der Rotstift-Politik nicht betroffen.

Die Anhänger der Monarchie in Spanien heben gerne hervor, dass ihr Königshaus den Steuerzahler weniger Geld koste als die Königshäuser und Präsidialämter in den meisten anderen Staaten. Allerdings sind die Summen, die die Staatsoberhäupter in den verschiedenen Ländern erhalten, kaum miteinander vergleichbar. In manchen Staaten müssen Könige und Präsidenten mit ihrem Budget auch die Instandhaltung von Palästen finanzieren, in anderen nicht. In Frankreich ist zudem der Präsident nicht nur ein repräsentierendes Staatsoberhaupt, sondern auch der Hauptakteur in der Politik des Landes. (APA, 5.3.2015)

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foto: ap/lefteris pitarakis

Die britischen Royals müssen - allem Prunk zum Trotz - das Pfund zweimal umdrehen. Die Queen erhält vom Finanzministerium jedes Jahr eine Summe, die 15 Prozent der Einnahmen aus den Ländereien der Krone entspricht. Im vergangenen Haushaltsjahr waren das rund 38 Millionen Pfund (52 Millionen Euro). Die Queen muss damit Gehälter für ihren Hofstaat zahlen, aber auch einen Teil der Paläste instand halten - und da liegt das Problem. Der nach außen strahlende Buckingham-Palast war innen zeitweise so marode, dass das Personal mit Eimern das eindringende Wasser auffing. Die alte Heizung verfeuert soviel Geld, dass die Queen mit ihren Zuweisungen nicht mehr auskommt und ihr Erspartes fast aufgezehrt hat.

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