Lufthansa verstärkt Druck auf Low-Cost-Carrier

4. März 2015, 19:00
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AUA-Mutterkonzern will mit Billigflieger Eurowings spätestens 2017 Gewinn machen

Berlin - Der Steigflug vieler Billigflieger veranlasst auch Lufthansa zu einem Kurswechsel. Sie will das Geschäft mit besonders preissensiblen Gästen nicht Ryanair & Co überlassen, sondern selbst günstig fliegen, auch auf der Langstrecke. Dabei setzt Lufthansa auf die neue Eurowings.

Gestartet wird ab kommendem Winterfahrplan mit zunächst zwei Flugzeugen des Typs Airbus 320-200. Die Flotte soll bis 2017 schrittweise auf sieben anwachsen, sagte Lufthansa-Vorstandsdirektor Karl Ulrich Garnadt am Mittwoch bei der Tourismusmesse ITB in Berlin. Wenn sich zeige, dass das Konzept aufgeht, wovon er überzeugt sei, werde weiter expandiert. Die Gewinnschwelle will Garnadt mit Eurowings "in zwölf bis 24 Monaten" erreichen, sprich spätestens 2017.

Heimatflughafen von Eurowings, die als Dachmarke für Germanwings und andere Billigunternehmen im Lufthansa-Konzern fungiert, ist Köln/Bonn. Kurz- und Langstreckenflüge Punkt zu Punkt können ab 25. Oktober gebucht werden, die Interkontinentalflüge starten ab 1. November vom Flughafen Köln/Bonn.

Erste Auslandsbasis, der noch weitere folgen sollen, ist Wien. Die günstigsten Tickets auf der Langstrecke werden um 99,99 Euro angeboten. Als spezielles ITB-Zuckerl gibt es u. a. Dubai um diesen Preis. Anschließend erhöht sich das billigste Angebot nach Dubai auf 149,99 Euro pro Strecke.

Eurowings tritt mit drei Tarifen an - Basic, Smart und Best (Premium), wobei in den günstigsten Tarifklassen gegen Aufpreis Plätze mit größerem Sitzabstand gewählt werden können und auch Verpflegung inkludiert ist.

"Wir produzieren mit Eurowings um rund 40 Prozent günstiger als bei Lufthansa," sagte Garnadt, der im Moment Eurowings managt. Das künftige Führungsteam soll im vierten Quartal bekannt gegeben werden. (stro, DER STANDARD, 5.3.2015)

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