Riesenroboter und Spezialschiff: Wie man Unterseekabel repariert

18. März 2015, 11:41
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Naturereignisse und Fischereiboote als Gefahren für Leitungen - Einsätze auf See dauern mehrere Tage

Unterseekabel schleusen gigantische Datenmengen durch die Weltmeere und halten das Internet auf interkontinentaler Ebene zusammen. Doch diese Leitungen brauchen Wartung und Reparatur, sind sie doch in den Tiefen des Ozeans allerlei Gefahren ausgesetzt.

Keine ganz leichte Aufgabe, für deren Erfüllung mitunter riesige Roboter zum Einsatz kommen, wie Wired am Beispiel der Irish Sea schildert.

foto: simec technologies

Durch diese Meerenge, die irische von der britischen Hauptinsel trennt, verlaufen ebenfalls Stränge mit Glasfaserkabeln laufen. Eines dieser Kabel, im Besitz von Virgin Media, ist nur sechs Zentimeter dick und dient der Versorgung von Nordirland mit Breitbandinternet. Im Februar riss es durch, was in Teilen des Landes zu heftigen Geschwindigkeitseinbußen führte.

Rund zwei Wochen dauerten die Reparaturmaßnahmen, die von den meist stürmischen Bedingungen in diesen Gewässern nicht unbedingt erleichtert wurden. Ein Spezialschiff und zwei Besatzungen mit je 30 Mann waren mit dem Unterfangen befasst. Doch zu jener mittels Lasersignalen von beiden Kabelenden ermittelten Stelle in 100 Meter Tiefe, an welcher der Riss verortet wurde, musste ein Roboter ausrücken.

foto: simec technologies

"Hector" heißt die von Simec Technologies hergestellte Maschine, die an eine Kombination aus Bagger und Marsrover erinnert. Während das Schiff, das über schwenkbare Strahlruder verfügt, über durchschnittlich vier bis fünf Tage seine Position halten muss, hat der Roboter seine Arbeiten präzise zu erledigen. 48 Glasfaserstränge befinden sich in besagtem Kabel, jede unnötige Beschädigung kostet wertvolle Transferkapazität.

Der Roboter, der das Format eines großen Vans aufweist, taucht ab und muss beide Enden des Kabels an der Trennungsstelle ausgraben und die beschädigte Stelle an die Oberfläche ziehen. Dort kümmern sich Techniker darum, den schadhaften Teil abzutrennen und mit einem Stück neuem Kabel zu ersetzen.

foto: simec technologies

Anschließend taucht Hector wieder ab, um das andere Ende zu finden. Nachdem die Leitungen wieder komplett zusammengeflickt sind, nutzt er eine starke Druckdüse, um sie bis zu 1,5 Meter tief im Meeresgrund zu vergraben.

Der Riss von Unterseekablen passiert relativ selten. Bei Virgin Media wurden derlei Reparaturen in den vergangenen sieben Jahren nur zwei Mal notwendig. Gefährdet sind die Leitungen durch Naturereignisse wie Erdbeben, Fangwerkzeuge von Fischerbooten oder fehlplatzierte Anker. Eher als Mythos gelten Haiangriffe. Diese kommen zwar vereinzelt vor, enden aber üblicherweise nicht mit ernstzunehmenden Schäden. (gpi, derStandard.at, 18.03.2015)

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